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Dienstag, 29.05.2012
Katzen schützen vor Neurodermitis
Effekt vorgeburtlicher Umwelteinflüsse auf Entwicklung von Neurodermitis bei Kindern nachgewiesen
Kinder von Müttern, die mit Nutztieren und Katzen leben, sind besser gegen Neurodermitis geschützt. Bis zum zweiten Lebensjahr erkranken sie weniger häufig an dieser schmerzhaften Entzündung der Haut. Dies zeigt jetzt eine neue Studie Schweizer Forscher im „Journal of Allergy & Clinical Immunology“.

Haustier Katze
Haustier Katze
© IMSI MasterClips
Neurodermitis ist eine chronische und schmerzhafte Entzündung der Haut. Die Krankheit tritt oft in der frühen Kindheit auf, meist beginnt sie schon im Säuglingsalter. Sie betrifft bis zu 20 Prozent der Kinder in industrialisierten Ländern und gehört damit zu den häufigsten Hauterkrankungen im Kindesalter.

Krankheit besser verstehen
So groß das Leiden für die Kleinsten, so groß auch ist der Bedarf, diese Krankheit besser zu verstehen. Doch Neurodermitis ist eine allergische Krankheit, und die Ursachen aller allergischer Krankheiten sind komplex: Denn: Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse wirken sich wechselseitig auf das Immunsystem aus.

Forschungsergebnisse zeigen, dass allergische Krankheiten bei Kindern weniger häufig auftreten, wenn sie auf einem Bauernhof aufwachsen und wenn deren Mütter während der Schwangerschaft auf einem Bauernhof leben.

Kontakt zu Nutztieren schützt
Schützende Wirkung haben dabei der Kontakt zu Nutztieren, der Genuss von Milch vom Bauernhof sowie der Kontakt mit Bestandteilen von Bakterien. Allerdings konnte dieser schützende Effekt bezüglich der Neurodermitis bisher noch nicht nachgewiesen werden.

Jetzt jedoch haben Forscher um Caroline Roduit von der Universität Zürich zusammen mit Kollegen anderer Universitäten erstmals belegt, welchen Effekt vorgeburtliche Umwelteinflüsse und genetische Mechanismen auf die Entwicklung von Neurodermitis während der ersten beiden Lebensjahre haben.

1.063 Kinder untersucht
Die Wissenschaftler untersuchten hierfür in der neuen Studie Kinder in ländlichen Gegenden aus fünf europäischen Ländern - Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Schweiz. Von den insgesamt 1.063 Kindern stammten 508 aus Bauernfamilien und 555 aus Nicht-Bauernfamilien.

Die Forscher konnten nun nachweisen, dass bei Kindern von Müttern, die ihre Schwangerschaft im Umfeld von Nutztieren oder Katzen verlebten, das Risiko geringer war, in den ersten beiden Lebensjahren an einer Neurodermitis zu erkranken. Zudem identifizierten sie bei diesen Kindern zwei Gene, die für die angeborene Immunität zentral sind, und deren Ausprägung mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden ist, dass eine allergische Krankheit diagnostiziert wird.

Resultate mit großer Bedeutung
Diese Resultate sind den Wissenschaftlern zufolge nicht nur angesichts der Größe des Leidens und seiner weiten Verbreitung von enormer Bedeutung, sie unterstützen zusätzlich auch die Theorie, dass die Wechselwirkungen zwischen Genen und Umwelt und dem sich entwickelnden Immunsystem eine Rolle spielen bei der Entwicklung von Neurodermitis bei kleinen Kindern.
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