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Mittwoch, 23.05.2012
Trittin: Gletscherschmelze Beleg für Klimawandel
Geröllhalden statt Gletschereis
Das dramatisch fortschreitende Abschmelzen der Gletscher in den Alpen ist nach Ansicht von Bundesumweltminister Jürgen Trittin ein wichtiger Beleg dafür, dass die Veränderung unseres Klimas bereits Realität ist. Neun von zehn Alpengletscher sind in den letzten Jahrzehnten bereits zu mehr als der Hälfte verschwunden, so der Bundesumweltminister weiter.

Trittin betonte anlässlich einer Wanderung mit Vertretern des Deutschen Alpenvereins (DAV) die große Bedeutung der Klimaschutzpolitik für die Alpenregion.

Gletscherschmelze
Gletscherschmelze
© Harald Frater
Das Jahrhunderthochwasser an Elbe und Donau im vorletzten und die Dürre im letzten Jahr werden laut Trittin häufig noch als katastrophale Einzelereignisse wahrgenommen. "Hier in den Alpen ist der Klimawandel als Tatsache offenkundig und über Jahrzehnte dokumentiert. Wo seit Jahrhunderten und noch bis vor wenigen Jahren Gletschereis lag, finden sich heute häufig nur noch Geröllhalden", sagte Trittin.

Naturkatastrophen als Folge des Klimawandels
Die alpine Region müsse sich darauf einstellen, dass als Folge des Klimawandels Naturkatastrophen in Zukunft immer häufiger auftreten, so der Bundesumweltminister.

Ein verbesserter Schutz vor den Naturgefahren war deshalb auch eines der vorrangigen Themen des derzeitigen deutschen Vorsitzes der Alpenkonferenz. "Wir müssen vor allem die Zusammenarbeit innerhalb der Alpenregion verstärken", betonte Trittin. So wird ein grenzüberschreitendes Netzwerk der Entscheidungsträger und Fachstellen der Staaten der Alpenregion eingerichtet, das Maßnahmen und Strategien für einen wirkungsvollen Schutz vor Naturgefahren entwickeln und umsetzen soll. Eine positive Zwischenbilanz zog der Bundesumweltminister auch zum Thema Verkehr: "Mit dem Aktionsplan "Brenner 2005" werden bis zum Jahr 2005 die Voraussetzungen geschaffen, um eine wesentliche Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene zu erreichen", so Trittin. Dieser Aktionsplan solle auch auf andere Verkehrskorridore in den Alpen übertragen werden.

Der Bundesumweltminister forderte dazu auf, dem Thema Wasser in Zukunft besondere Aufmerksamkeit zu widmen. "Ich werde mich bei meinen Amtskollegen dafür einsetzen, dass die Fragen des Gletscher- und Hochwasserschutzes, der Beschneiung und der Wasserkraftnutzung bei der künftigen Umsetzung der Alpenkonvention eine hohe Priorität erhalten", sagte Trittin.
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