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Sonntag, 22.01.2017
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Fledermausweibchen sind geschickte Energiesparer

Neue Studie zeigt, dass Fledermausweibchen ihre Körpertemperatur flexibel regulieren

Fledermausweibchen wechseln je nach Umgebungstemperatur und ihrer Lebensphase zwischen zwei Strategien, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Während der Schwangerschaft und Säugezeit bilden sie Gruppen um sich bei Kälteeinbrüchenzu wärmen. Außerhgalb dieser Phasen fallen sie stattdessen in den Ruhezustand, um ihren Energieverbrauch zu minimieren. Das berichten Wissenchaftler jetzt in der in der Online-Ausgabe von „Naturwissenschaften“.
Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii)

Bechstein-Fledermaus (Myotis bechsteinii)

Fledermausweibchen mögen Kälte nicht, denn dann schnellt ihr Energieverbrauch drastisch in die Höhe. Um genau das zu verhindern, haben sie verschiedene Strategien entwickelt. In Zeiten mit hohem Energiebedarf, beispielsweise während der Schwangerschaft oder der Laktationsphase, müssen sie ihre Körpertemperatur besonders effizient regulieren, um den Energieverbrauch zu minimieren. Um dies zu erreichen, können sie beispielsweise Wärme- und Energieverluste durch Gruppenbildung minimieren. Der Ruhezustand, auch Torpor genannt, ist eine weitere Möglichkeit der Temperaturregelung, er beeinträchtigt bei trächtigen Weibchen jedoch die Entwicklungsgeschwindigkeit des Nachwuchses und die Milchproduktion.

Fledermauskolonien untersucht


Iris Pretzlaff und ihre Kollegen von der Universität Hamburg untersuchten erstmals die Thermoregulationsstrategien von wilden Bechstein-Fledermäusen (Myotis bechsteinii). Diese Tiere nutzen gemeinsame Schlafplätze in unterschiedlichen Stadien ihres Reproduktionszyklus - vor, während und nach der Laktationsphase. Sie sammelten Daten von zwei Kolonien, deren Schlafplätze sich vornehmlich in Fledermauskästen im Laubwald nahe Würzburg befinden. Während der drei Phasen des Reproduktionszyklus überwachten die Forscher die Umgebungstemperatur und maßen den Sauerstoffverbrauch als Maß für den Energiehaushalt der Fledermäuse.

Das Ergebnis belegte zum einen, dass die Umgebungstemperatur tatsächlich einen starken Einfluss auf den Energieumsatz hat. Unabhängig von den Schwankungen der täglichen Umgebungstemperatur, waren die Fledermäuse durch die Bildung von Schlafgemeinschaften allerdings besser in der Lage, ihre Körpertemperatur effizient zu regulieren. Darüber hinaus nutzten die Fledermäuse auch Torpor, um ihren Energiebedarf zu minimieren, vor allem nach Abschluss der Laktationsphase – doppelt so häufig als während der anderen beiden Phasen des Reproduktionszyklus.


Ruhezustand nur außerhalb der Schwangerschaft


Das deutet darauf hin, dass die Fledermäuse Torpor vor allem dann verwenden, wenn dies ohne nachteilige Auswirkungen auf die Entwicklung des Nachwuchses und die Milchproduktion möglich ist. Darüber hinaus bildeten sie nach Abschluss der Laktationsphase bei niedrigen Temperaturen deutlich kleinere Gruppen, weil kleinere Gruppen Störungen durch Artgenossen reduzieren. Dies hatte längere Torporphasen zur Folge und somit längere Phasen mit geringem Energieumsatz.

„Während unterschiedlicher Reproduktionphasen konnten wir bei wilden Bechstein-Fledermäusen zeigen, wie wichtig die verhaltensgeprägte und physiologische Flexibilität für das optimale Verhalten zur Temperaturregulierung ist“, erklären die Forscher. „Unsere wissenschaftliche Studie hat auch die Notwendigkeit von Feldstudien gezeigt, bei denen Tiere ihr gesamtes Verhaltensspektrum und physiologisches Repertoire zeigen können, was unter kontrollierten Laborbedingungen normalerweise nicht möglich ist.“
(Springer science + business media, 11.02.2010 - NPO)
 
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