• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 18.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Wissenschaftler untersuchen Nahtstellen der Erde

Sonderforschungsbereich für vier Jahre verlängert

Mit der Erforschung geologischer Prozesse an Kontinentalrändern beschäftigt sich ein Projekt Kieler Geowissenschaftler, das jetzt von der DFG für vier Jahre weiter gefördert wird.
Dabei handelt es sich um die zweite Phase des sogenannten Sonderforschungsbereichs 574, der vom 1.07.2004 bis zum 30.06.2008 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 5,783 Millionen Euro unterstützt wird.

Geologische Prozesse an den Nahtstellen der Erde im Visier


Der SFB mit dem Titel “Volatile und Fluide in Subduktionszonen: Klima-Rückkopplungen und Auslösemechanismen von Naturkatastrophen” untersucht die geologischen Prozesse an den Nahtstellen der Erde, dort wo sich die ozeanischen unter die kontinentalen Platten schieben (Subduktion). In diesen Subduktionszonen entstehen nicht nur die stärksten Erdbeben und Vulkanausbrüche, sondern dort werden auch chemische Elemente, insbesondere flüchtige Stoffe (Volatile und Fluide), zwischen Erdinnerem, Meeresboden, Meerwasser und Atmosphäre besonders intensiv ausgetauscht.

Der Elementaustausch ist ein wichtiger Regelfaktor für das globale Klima. Diesen zu quantifizieren und in eine globale Bilanz einfließen zu lassen, ist das langfristige Ziel des SFB 574. Zugleich hängen Veränderungen innerhalb dieses Stoffaustausches eng mit der Entstehung von Naturgefahren zusammen. Diese werden deshalb ebenfalls im Sinne der frühzeitigen Erkennung, Abschätzung und Vermeidung von Naturkatastrophen betrachtet und direkt in das Risikomanagement der involvierten Länder eingebunden.


Mit geologischen, geophysikalischen, mineralogischen und geochemischen Methoden bei Arbeiten an Land und Ausfahrten mit Forschungsschiffen auf See wollen die Wissenschaftler des SFB die Aufnahme und Freisetzung flüchtiger Stoffe - wie Kohlendioxid, Methan, Schwefeldioxid und andere – und die damit verbundene Auslösung von Erdbeben und Vulkaneruptionen untersuchen. Anhand der in den ersten drei Jahren am Fallbeispiel Mittelamerika gewonnenen Ergebnisse konnten bereits erstmals die Fließraten zahlreicher Stoffe in verschiedenen Bereichen der Subduktionszone bestimmt werden. Künftig sollen diese Untersuchungen auch auf Südamerika ausgedehnt werden, um zuletzt eine solide Grundlage für eine globale Bestimmung des Elementaustauschs und seinen Einfluss auf das Klima zu erreichen.

Geländearbeiten in Mittelamerika


Im Herbst dieses Jahres werden eine Reihe von Geländearbeiten in Mittelamerika durchgeführt werden, im nächsten Jahr ist eine 90 tägige Expedition mit FS METEOR auf die pazifische Seite Mittelamerikas geplant. Weitere Geländearbeiten und Fahrten mit Forschungsschiffen sind geplant. Eine nochmalige Verlängerung der Arbeiten des SFBs für die Jahre 2008 bis 2012 ist möglich, wenn die in den nächsten Jahren erzielten Ergebnisse die Gutachter wiederum überzeugen können.

Mit den nun bewilligten Mitteln können 25 Wissenschaftler und Techniker weiterbeschäftigt bzw. neu eingestellt werden. Zusammen mit 30 Wissenschaftlern und 15 Technikern aus den beteiligten Instituten haben sie die Forschungsarbeiten im SFB bislang auf international höchstem Niveau gehalten. Die in den ersten drei Jahren erzielten Forschungsergebnisse haben die Gutachter der DFG offensichtlich so beeindruckt, daß sich der SFB mit seinem Fortsetzungsantrag gegenüber starker Konkurrenz im Auswahlverfahren behaupten konnte.

Der SFB, ein Forschungsverbund von Wissenschaftlern des Instituts für Geowissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften, wurde 2001 von der DFG neu eingerichtet und zunächst mit 4.9 Mio. Euro ausgestattet.
(Christian-Albrechts-Universität Kiel, 25.06.2004 - DLO)
 
Printer IconShare Icon