• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 28.07.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Schluss mit der „Datenwüste Ozean“

Erstes mobiles Atmosphären- Observatorium für die Weltmeere fertiggestellt

Auf dem Festland gehören sie längst zum wissenschaftlichen Standard: Messstationen, die automatisch Klimadaten sammeln und das Wechselspiel zwischen der Atmosphäre und dem Planeten dokumentieren. Nun gibt es sie auch für den mobilen Einsatz auf dem Ozean. Der Prototyp OCEANET-Atmosphere steht kurz vor seinem ersten Einsatz.
Klima und Meer

Klima und Meer

Mit ihrer Masse prägen die Ozeane den Zustand unserer Atmosphäre um ein Vielfaches mehr als Land-, Eis- und Vegetationsflächen. Lokale atmosphärische Messungen, die Aufschluss über das Wechselspiel zwischen Atmosphäre und Ozean geben, sind daher sehr begehrt, aber nur spärlich vorhanden. "Die Ozeane sind für uns immer noch eine Datenwüste, weil sie so schlecht zu erreichen sind", erklärt Professor Andreas Macke, Meteorologie am IFM-GEOMAR und Projektleiter von OCEANET. "Bisher mussten wir uns auf Forschungsschiffen mit vereinzelten Messungen begnügen", erklärt Prof. Macke. "Daten, die durch Satelliten gewonnen werden, sind schon sehr hilfreich, haben aber nicht immer die benötigte Präzision", so Macke.

Standard-Container vollgepackt mit Messinstrumenten


Die neue, mobile, rund 450.000 Euro teure Messstation OCEANET- Atmosphere soll das ändern. Verpackt in einem knapp sieben Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Standard-Container und ausgestattet mit zahlreichen hochmodernen Messinstrumenten ist sie optimal gerüstet für den
mobilen Einsatz auf Forschungs- und Frachtschiffen. Im Sekundentakt kann es etliche atmosphärische Parameter erfassen, zum Beispiel die Menge des Wolkenwassers, den Wolkentyp und die Energieflüsse zwischen Ozean und Atmosphäre. Ein Lidar misst mittels Laserstrahl den Atmosphärenstaub bis in 20
Kilometer Höhe und erstellt so ein vertikales Profil der Atmosphäre, ein Anemometer misst den Wind. Die einmal gewonnen Daten sollen langfristig direkt per Satellit nach Kiel gesendet werden.

„Die Messtechnik ist robuster geworden, sodass sie Schiffsbewegungen verkraftet", freut sich Prof. Macke. Mit OCEANET-Atmosphere leisten die deutschen Wissenschaftler Pioniersarbeit im Bereich der Atmosphärenmessung. Die weltweit einzige mobile Messstation dieser Art wird von der NASA betrieben - an Land.


Prof. Andreas Macke mit dem Mikrowellenradiometer in der neuen Messstation OCEANNET-Atmosphere.

Prof. Andreas Macke mit dem Mikrowellenradiometer in der neuen Messstation OCEANNET-Atmosphere.

Erster Test in allen Klimazonen


Am 16. Oktober startet die Testfahrt von OCEANET-Atmosphere: Auf dem Forschungsschiff Polarstern geht es von Bremerhaven nach Punta Arenas (Südchile), von dort in die Antarktis und Ende Mai 2010 wieder zurück. Damit durchläuft die Messstation auf ihrem ersten Einsatz alle Klimazonen dieses Planeten von den Tropen bis zu den Polarregionen. Während dieser Fahrt werden ihre kostbaren Instrumente von vier Wissenschaftlern betreut. Läuft alles wie geplant, ist OCEANET- Atmosphere
bald autonom auf den Weltmeeren unterwegs. Langfristig sollen mehrere dieser Stationen zum Einsatz kommen, um z.B. über dem Nordatlantik die Entwicklung von Wettersystemen zu erfassen und die Wettervorhersage zu verbessern.
(Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, 05.10.2009 - NPO)
 
Printer IconShare Icon