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Samstag, 11.02.2012
Mehr Plutonium in Asse als bislang angenommen
BMU: Ehemaliger Betreiber korrigiert Angaben
In der Schachtanlage Asse II lagert mit rund 28 Kilogramm offensichtlich mehr als dreimal so viel hochgiftiges Plutonium wie bislang angenommen. Zu diesem Ergebnis ist jetzt eine Arbeitsgruppe um den ehemaligen Asse-Betreiber Helmholtz Zentrum München gekommen.

Radioaktivität
Radioaktivität
© MMCD
Bislang war immer von neun Kilogramm die Rede. Diese Mengenangabe wurde laut dem Bundesumweltministerium (BMU) auch im Statusbericht des Niedersächsischen Umweltministeriums als „nachvollziehbar und plausibel“ bewertet.

Übertragungsfehler schuld?
Offensichtlich beruht diese Angabe aber auf einem Übertragungsfehler zwischen einer Abteilung des Forschungszentrums Karlsruhe und der damals zuständigen Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF), so das BMU.

„Es ist unglaublich, dass man sich bei einem so gefährlichen Stoff wie Plutonium einfach in der Mengenangabe irrt. Diese Korrektur zeigt einmal mehr, dass man sich nicht auf die Angaben zum Inventar in der Asse verlassen kann. Umso wichtiger ist es, dass das Bundesamt für Strahlenschutz als neue Betreiber das gesamte Inventar neu bewertet“, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in einer ersten Stellungnahme. Das sei natürlich von großer Bedeutung für das Stilllegungskonzept, so Gabriel weiter.

Wasser auf die Mühlen der Atomkraftgegner
Die Ostsee-Zeitung kommentierte die neuen Ergebnisse so: „Man reibt sich die Augen: Es handelt sich um kreuzgefährliches Plutonium, nicht um Äpfel oder Birnen. Jeder Kleingärtner kann offensichtlich exaktere Angaben darüber machen, welche Mengen Obst er im Keller eingelagert hat, als die so genannten Atom-Experten.“

Und weiter: „Kein Wunder also, dass die Atomkraft zum wichtigen Wahlkampfthema wird. Die falschen Plutonium-Angaben sind Wasser auf die Mühlen der Atomkraftgegner. Ebenso die immer neuen Lecks in der Asse, die Pannen im Atomkraftwerk Krümmel und das Gutachter-Fiasko um die Tauglichkeit von Gorleben als Endlager. Diese aktuellen Beispiele werfen ein schlechtes Licht auf die Atom-Lobby. Und sie zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, die Wende hin zu alternativen Energien konsequent voranzutreiben.“
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