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Montag, 27.03.2017
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Gefährlicher Mehlstaub

Eine Explosion im Chemieunterricht

In der Bremer Rolandmühle ereignete sich 1979 die größte Mehlstaubexplosion der deutschen Geschichte.

In der siebten Klasse steht das Thema "Brände und Brandbekämpfung" auf der Agenda. Um zu verdeutlichen, wie eine Explosion entsteht, nutzen Lehrkräfte gern das Beispiel der Bremer Rolandmühle. Durch einen Kabelbrand kam es dort 1979 zu einer gewaltigen Mehlstaubexplosion. Das aufgewirbelte Weizenmehl bildete mit der Luft ein brennbares Stoffgemisch, das sich vermutlich an einem glühenden Kabel entzündete.

Ein solches Gemisch aus Staub und Luft kann dann explodieren, wenn der Staub aus brennbarem Material wie Mehl besteht. Je kleiner die Partikel sind, desto größer ist ihre gesamte Oberfläche und desto höher die Explosionsgefahr. Ein Funke kann reichen, um das Gemisch zu entzünden. Die Bremer Rolandmühle ist nur ein Beispiel dafür. Auch Farbpulver, das auf manchen Partys in die Luft geworfen wird, kann explodieren. Besonders brisant ist es daher, wenn es zusammen mit Pyrotechnik zum Einsatz kommt.

Toner statt Mehl


Das Unglück lässt sich auch mit einem Experiment im schulischen Chemieraum modellieren. Allerdings geschieht dies in der Regel nicht mit einem glühenden Kabel als Zündquelle, sondern mit einer Kerze, und nicht mit echtem Weizenmehl, sondern mit anderen Pulvern.

Buntes Pulver statt Mehl: Diese Abweichung könnte die Schulkinder irritieren - oder doch nicht?

Die Chemiedidaktikerin Katrin Sommer von der RUB erklärt den Grund für die Abweichung: "Weizenmehl wird relativ schnell feucht, dann funktioniert das Experiment nicht mehr." Viel zuverlässiger gelingt dagegen die Demonstration mit anderen Modellsubstanzen. Denkbar sind etwa Bärlappsporen, Maismehl oder Druckertoner. Während hellgelbes Maismehl zumindest ähnlich heißt und aussieht wie Weizenmehl, ist der schwarze Toner jedoch namentlich und optisch weit von der Originalsubstanz entfernt.

Ob das einen Einfluss auf das Verständnis der Schülerinnen und Schüler hat, hat Sommers ehemaliger Doktorand Henning Steff in seiner Promotion untersucht. An der Studie nahmen insgesamt 234 Schülerinnen und Schüler aus neun siebten Klassen in NRW teil. Das Team testete sie im Alfried-Krupp-Schülerlabor an der RUB.
Julia Weiler, Ruhr-Universität Bochum/ RUBIN
Stand: 06.01.2017
 
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