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Montag, 21.05.2012
Intelligente Konzepte zur rechten Zeit
Prognosen helfen, rechtzeitig zu handeln

Um auch bei uns für skandinavische Verhältnisse zu sorgen, sind „intelligente Konzepte“ gefragt – um Lebensbereiche im Lebenslauf neu zu verknüpfen, Arbeitszeiten in den Betrieben mit den zeitlichen Bedürfnissen von Familien zu harmonisieren und das klassische Modell des altersdifferenzierten Lebenslaufs durch altersintegrierte Modelle zu ersetzen. Das Rentenalter darf nicht von vornherein als Lebensphase ohne gesellschaftliche Teilhabe sowie als reine Freizeit außerhalb der Gesellschaft organisiert werden.

 Ohne lebenslanges Lernen geht es nicht
Ohne lebenslanges Lernen geht es nicht
© SXC  Ohne lebenslanges Lernen geht es nicht
Weiterbildung als Schlüsselfaktor
Wenn ältere Menschen mehr und länger arbeiten sollen, ist es jedoch erforderlich, dass sie ihr Know-how immer wieder auffrischen – gerade in Zeiten eines rapiden technischen und gesellschaftlichen Wandels. Doch bei der Weiterbildung über den gesamten Berufsverlauf liegt in Deutschland einiges im Argen: Hier haben die Betriebe und ihre Mitarbeiter im internationalen Vergleich längst den Anschluss verloren und rangieren am unteren Ende der Tabelle. Die häufig gestellte Frage: Warum teure Maßnahmen bezahlen, wenn der Arbeitnehmer sowieso mit 55 in Rente geht?

Vorauseilende Reformen
Auf solche Probleme hinzuweisen, mit handfesten Daten Überzeugungsarbeit zu leisten und Politikern oder Wirtschaftsexperten mögliche Lösungen anzubieten, sind die Triebfedern der Rostocker Demografen. „Demografische Prognosen sind insbesondere deswegen unabdingbar, da entsprechende Reformen künftigen demografischen Veränderungen vorauseilen müssen, um zu gegebener Zeit ihre Wirkungen entfalten zu können“, erklärt Vaupel.

Niedrige Geburtenraten, Rentnerboom, Elterngeld oder Bildungsnotstand: Es bleibt noch viel zu tun, um die Folgen des demografischen Wandels in den Griff zu bekommen und zu verhindern, dass Deutschland schon bald wirklich „alt aussieht“. Wie man dabei vorgehen könnte? Da hat der Demograf Vaupel ziemlich genaue Vorstellungen: „Man bereitet sich nicht auf die Zukunft vor, indem man die Aufmerksamkeit auf das Phänomen der alternden Gesellschaft richtet und Warnungen ausspricht. Stattdessen müssen die Optionen in der Gesellschaft diskutiert und intelligente Anpassungen an die neue gesellschaftliche Situation eingeleitet werden.“

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