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Freitag, 10.02.2012
Erdbebenfahndung auf chinesisch
Das Seismoskop von Zhang Heng

 Erdbeben
Erdbeben
© GFZ/USGS
Erdbeben werden heute weltweit von vielen seismologischen Mess-Stationen aufgezeichnet. Mit einfachen mechanischen Seismographen oder modernster Computertechnik registrieren diese Stationen auch entfernte Erschütterungen der Erde. Die Ausschläge des Seismographen zeigen nicht nur, wann und wo das Beben stattfand. Aus der Form der Ausschläge können Seismologen auch die Ursache vieler Beben identifizieren.

Ganz so vielfältige und aussagekräftige Ergebnisse lieferte der Prototyp der Erdbebenmelder noch nicht. Erfunden hat das so genannte Seismoskop der chinesische Philosoph, Geograph und Mathematiker Zhang Heng im Jahr 132 nach Christus.

Acht Drachen und acht Kröten
Es bestand aus einem Gefäß mit rund 1,80 Metern Durchmesser an dessen Außenseite insgesamt acht Drachen angebracht waren. Sie sollten die Hauptrichtungen eines Kompasses darstellen. Alle diese Fabelwesen trugen einen bronzenen Ball im Maul. Unterhalb jedes Kopfes befand sich zudem eine Kröte, deren Mund sich zum jeweils dazu gehörigen Drachen öffnete.

Seismoskop 
Seismoskop
© GFDL  Seismoskop
Gab nun ein Drachenkopf seinen Ball frei und ließ ihn in den Mund seiner Kröte fallen, wusste man, dass in dieser Himmelsrichtung ein Erdbeben stattgefunden hatte. Das Seismoskop von Zhang Heng arbeitete bereits sehr präzise und registrierte sogar weit entfernte Erdstöße.

So wie am 1. März 138 nach Christus als das in Luoyang stationierte Messgerät ein Beben westlich der Stadt meldete. Viele Bewohner der Metropole zweifelten das Ergebnis des Seismoskops an, hatten sie doch selber nichts von dem Erdstoß gespürt. Erst als Reiter Tage später die Nachricht von einem Erdbeben im mehr als 500 Kilometer westlich gelegenen Gansu brachten, waren alle überzeugt. Zhang Heng und seine Erfindung hatten doch Recht gehabt.

Ein invertiertes Pendel als primärer Sensor?
Ein Rätsel geblieben ist bis heute, welche Technik Zhang Heng im Inneren seines Gerätes einsetzte. Im 19. und 20. Jahrhundert haben sich viele Wissenschaftler den Kopf darüber zerbrochen und Theorien dazu aufgestellt – ohne das Geheimnis endgültig lösen zu können. Einig waren sich fast alle, dass irgendeine Art Pendel, vermutlich ein invertiertes, als primärer Sensor diente. Dieses wurde von den Erdbebenwellen in Bewegung gesetzt und gab den Impuls dann an den richtigen Drachenkopf weiter.

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