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Donnerstag, 09.02.2012
Kein Einzelfall
Der Kreationismus gewinnt in Europa an Boden

Trotz starker Kritik an diesen Äußerungen stehen Mixa und Wolff mit ihren Ansichten beileibe nicht allein da. Auch in anderen europäischen Ländern sieht es inzwischen nicht viel anders aus. So sprachen sich die Bildungsminister in Italien, Polen, Serbien und der Niederlande inzwischen ebenfalls für eine Öffnung der Schulen für den Kreationismus aus.

Portrait von Charles Darwin aus dem Jahr 1890 
Portrait von Charles Darwin aus dem Jahr 1890
© Turin Museum of Human Anatomy  Portrait von Charles Darwin aus dem Jahr 1890
Und auch in der breiten Öffentlichkeit gewinnt die Skepsis gegenüber der Evolutionstheorie immer mehr an Boden: Dies belegt eine im Auftrag der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) Ende 2005 durchgeführte repräsentative Umfrage zur Entstehung des Lebens auf der Erde. Sie ergab, dass etwa 13 Prozent der Befragten an die christlich-biblische Lehre von der Entstehung der Welt glauben. 25 Prozent waren der Auffassung, dass ein höheres Wesen das Leben erschaffen habe und dieses sich unter dessen Kontrolle entwickelte. Weniger als zwei Drittel der Befragten stimmten dagegen der wissenschaftlichen Theorie der Evolution zu.

Darwin verliert im Europarat
Ende Juni 2007 sah sich unter anderem deshalb sogar der Kulturausschuss des Europarats zu einem Appell an seine Mitgliedsländer genötigt. In seinem Bericht über „Die Gefahren des Kreationismus in der Bildung” warben die Ausschussmitglieder in dringlichem Ton dafür, die Schöpfungslehre nur im Religionsunterricht zu diskutieren, nicht aber als gleichberechtigte Wissenschaftsdisziplin neben der Evolutionstheorie.

Wie berechtigt dieser Appell war, zeigte sich spätestens bei der Abstimmung im Europarat: Als es darum ging, eine Resolution gegen die Schöpfungslehre im Biologieunterricht zu verabschieden, stimmte nur eine Minderheit dafür. Die knappe Mehrheit, bestehend vor allem aus Vertretern der christlich-demokratischen Parteien, weigerte sich, eine so eindeutige Stellung zu beziehen. Guy Lengagne, ein langjähriges Mitglied des Kultur-Ausschusses erklärte anschließend gegenüber der Süddeutschen Zeitung, die Entscheidung zeige, "dass wir in Europa an der Schwelle eines neuen Mittelalters stehen und dass viele Mitglieder des Rats sich dessen nicht bewusst sind."

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