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Freitag, 10.02.2012
Gemeinsamkeit macht stark
Auf der Suche nach nachhaltiger Energieversorgung

Im Jahr 2004 haben sich fünf Max-Planck-Direktoren zum Forschungsverbund Enerchem zusammengeschlossen, einem „Projekthaus für nanochemische Konzepte einer nachhaltigen Energieversorgung“. Die Projekte reichen von verbesserten katalytischen Verfahren zur Erzeugung von Wasserstoff über Arbeiten zur Nachahmung der Fotosynthese bis hin zur Speicherung von Wasserstoff in neuartigen Medien.

Institutsdirektor Markus Antonietti, mit seiner Mitarbeiterin Anna Fischer 
Institutsdirektor Markus Antonietti, mit seiner Mitarbeiterin Anna Fischer
© MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung
In diesen organisatorischen Rahmen fügen sich auch Antoniettis Kohlearbeiten ein. „Enerchem bietet hier das ideale Umfeld“, betont er. „Die Kollegen haben alle den gleichen kulturellen Hintergrund, auch wenn wir persönlich sehr verschieden sind. Da weiß man genau, dass das Signal, das man aussendet, auch entsprechend ankommt.“ So werden alle Ideen, Erfindungen und Probleme im Kollegenkreis intensiv besprochen, unter Experten abgewogen und kritisch getestet.

Das gilt für innovative Batteriekonzepte von Joachim Maier in Stuttgart ebenso wie für bessere Wasserstoffspeicher von Ferdi Schüth in Mülheim, für nanotechnische Elektrodenkonzepte von Klaus Müllen in Mainz oder für neue Methanolkatalysatoren von Robert Schlögl in Berlin. Die Kohlenstoffvision des Potsdamer Institutschefs ist also nicht das einzige Ergebnis der hochrangigen Zusammenarbeit. Wichtige Anstöße für zukünftige Energiekonzepte sind aus diesem Kreis der Max-Planck-Wissenschaftler in den kommenden Jahren noch zu erwarten.

Man nehme…
 Biomasse wird in ein Druckgefäß gefüllt
Biomasse wird in ein Druckgefäß gefüllt
© MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung
Zurück zu Markus Antonietti. Seine Lösung ist bestechend einfach: Man gebe Biomasse plus Wasser in ein Druckgefäß, dazu ein paar Brösel Katalysator und erhitze das Ganze unter Luftabschluss auf 180 Grad. Nach zwölf Stunden lässt man die Mischung abkühlen, öffnet den „Dampfkochtopf“ und findet eine schwarze Brühe vor.

„Unsere Analysen haben gezeigt, dass es sich um feinst verteilte kugelförmige Kohlepartikel in Wasser handelt“, erklärt Magda Titirici, die inzwischen hunderte dieser Experimente durchgeführt hat. Ihr Chef Antonietti hat dafür seinen Garten geplündert und Eichenlaub, Tannennadeln, Holzstückchen und Pinienzapfen mitgebracht. Manche der neu entstandenen Kohlekrümel enthalten deshalb noch wohlriechende Harze und duften herb und würzig.

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