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Biomasse-Management mit der hydrothermalen Karbonisierung

Das Prinzip und seine Anwendungen

Bei weitem der Großteil der Biomasse verrottet am Ort der Entstehung direkt wieder zu atmosphärischem Kohlendioxid und auch Methan, nur sehr kleine Mengen werden zu Mutterboden oder auf andere Weise zur Kohlenstoffsenke (etwa in Sümpfen oder auf dem Meeresgrund). Die jetzigen Technologien der Biomassenutzung umfassen – neben der direkten Verbrennung von Holz und Stroh – die alkoholische Gärung, die Erzeugung von Biogas in Faultürmen sowie die direkte Synthesegaserzeugung. © MPI für für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Bisheriges Biomasse-Management

Bei weitem der Großteil der Biomasse verrottet am Ort der Entstehung direkt wieder zu atmosphärischem Kohlendioxid und auch Methan, nur sehr kleine Mengen werden zu Mutterboden oder auf andere Weise zur Kohlenstoffsenke (etwa in Sümpfen oder auf dem Meeresgrund). Die jetzigen Technologien der Biomassenutzung umfassen – neben der direkten Verbrennung von Holz und Stroh – die alkoholische Gärung, die Erzeugung von Biogas in Faultürmen sowie die direkte Synthesegaserzeugung.

Durch die verschiedenen Techniken der hydrothermalen Karbonisierung kann man mit sehr hoher Kohlenstoffeffizienz künstlichen Mutterboden herstellen, der bei kargen Böden nachhaltig die Qualität verbessert. Auf diese Weise dient er der Bildung größerer Mengen Biomasse (negative CO2-Bilanz). Der bei „vollständiger Karbonisierung“ aus Abfallstoffen entstehende Kohlenstoffschlamm lässt sich aber auch für energetische Zwecke nutzen, etwa in zentralen Anlagen zur Herstellung von Synthesegas. Oder er wird – so eine Vision – in Kohlenstoff-Brennstoffzellen verstromt. Ein besseres Verständnis der bei der Karbonisierung auftretenden Prozesse dürfte auch die direkte Gewinnung von flüssigen Brennstoffen erlauben, wobei hier aufgrund der involvierten chemischen Grundgleichgewichte Wasserstoff aus anderen Quellen zugeführt werden muss. © MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Vision eines alternativen Biomasse-Managements

Durch die verschiedenen Techniken der hydrothermalen Karbonisierung kann man mit sehr hoher Kohlenstoffeffizienz künstlichen Mutterboden herstellen, der bei kargen Böden nachhaltig die Qualität verbessert. Auf diese Weise dient er der Bildung größerer Mengen Biomasse (negative CO2-Bilanz).

Der bei „vollständiger Karbonisierung“ aus Abfallstoffen entstehende Kohlenstoffschlamm lässt sich aber auch für energetische Zwecke nutzen, etwa in zentralen Anlagen zur Herstellung von Synthesegas. Oder er wird – so eine Vision – in Kohlenstoff-Brennstoffzellen verstromt. Ein besseres Verständnis der bei der Karbonisierung auftretenden Prozesse dürfte auch die direkte Gewinnung von flüssigen Brennstoffen erlauben, wobei hier aufgrund der involvierten chemischen Grundgleichgewichte Wasserstoff aus anderen Quellen zugeführt werden muss.

Der dritte Weg © MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung

Der dritte Weg

Kohlenhydrate wie Zellulose, Stärke und Zucker sind Energiespeichermoleküle, bei deren Verbrennung viel Energie frei wird. Bei der Verflüssigung von Zucker zu Alkohol gehen schon theoretisch 15 Prozent der gespeicherten Energie verloren, auch werden zwei der sechs Kohlenstoffatome gleich wieder als CO2 freigesetzt (Kohlenstoffeffizienz CE = 0,66). Bei der anaeroben Umsetzung, der Erzeugung von Biogas, gehen im Idealfall 18 Prozent Energie verloren, und die Hälfte des gebundenen Kohlenstoffs wird wieder freigesetzt.

Sowohl alkoholische Gärung als auch Biovergasung sind jedoch biologische Prozesse, die nicht so effizient ablaufen, wie das die Theorie vorhersagt. Der hier beschriebene Weg der hydrothermalen Karbonisierung bindet in einem chemischen Prozess nahezu 100 Prozent des ursprünglichen Kohlenstoffs als Kohle oder Mutterboden, wobei 66 Prozent des ursprünglichen Brennwerts erhalten bleiben, der Rest als Prozesswärme anfällt. Dieser dritte Weg ist überall dort sinnvoll, wo die direkte Verbrennung nicht möglich oder das entsprechende Material den biologischen Prozessen nicht ausreichend zugänglich ist.

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Stand: 14.07.2006

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Kohle aus dem "Dampfkochtopf"
Neue Methode verwandelt Biomasse in wertvolle Rohstoffe

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Biomasse zu Kohle
Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen

Rezept aus der Natur
Inkohlungsprozess enträtselt

Gemeinsamkeit macht stark
Auf der Suche nach nachhaltiger Energieversorgung

Gären, Verbrennen, verkohlen
Die herkömmlichen Verfahren zur Gewinnung vpon Biodiesel

Kohlematsch in Wasser
Das Prinzip der hydrothermalen Karbonisierung

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Biomasse-Management mit der hydrothermalen Karbonisierung

1.300 Liter Biodiesel pro Hektar
Zehnfache Ausbeute gegenüber herkömmlichen Methoden

Kohlendioxid: Bilanz negativ
Verkohlung als Chance für das Klima

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