Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Je röter desto schneller...
Der Dopplereffekt

Je exakter Astronomen die Hubble-Konstante bestimmen können, desto stärker nähern sie sich auch dem tatsächlichen Weltalter. Wenig erfreulich dabei ist der Umstand, dass für den begehrten Wert sowohl die Entfernung einer Galaxie wie auch deren Geschwindigkeit möglichst präzise bekannt sein müssen.

Wenn zumindest eine geeignete Methode existiert, können dann beispielsweise die Messgeräte verfeinert und die Zahl der beobachteten Objekte vergrößert werden, um zu besseren Ergebnissen zu gelangen. Und wenn dann unabhängige Methoden ein solches Resultat bestätigen, ist die Freude noch größer.

Die Geschwindigkeit, mit der sich eine Galaxie von uns entfernt, macht sich im Spektrum durch den Grad der Rotverschiebung bemerkbar. Die ausgesandten Lichtwellen werden verständlicherweise bei einem schnelleren Objekt stärker auseinandergezogen, da der jeweils nächstfolgende Wellenberg den von der Quelle zwischenzeitlich bereits wieder zurückgelegten größeren Weg erst einmal aufholen muss. Das ist der optische Dopplereffekt.

Lichtstrahl, der die Erde von einem Quasar aus erreicht 
Lichtstrahl, der die Erde von einem Quasar aus erreicht
© NASA
Ein Lichtstrahl, der die Erde von einem Quasar aus erreicht, muss auf seinem Weg zahlreiche Gaswolken in Galaxien und im Raum dazwischen pasieren. Diese primordialen WOlken filtern ganz bestimmte Farben aus dem aufgefächerten Licht der so fernen Quelle. Das dadurch entstehenden Absorptionsspektrum kann von STIS erfasst wrden, dem Bild-Spektrographen des Hubble-Teleskops. Mit seiner Hilfe sind Messungen der Dopplerverschiebung einzelner Wolken möglich, woraus Astronomen auf die jeweiligen Distanzen schließen können. Außerdem verrät die genaue spektrale Sondierung auch die Zusammensetzung der Gasmassen.

Wenn das Spektrum eine hohe Auflösung besitzt, lässt sich diese Wellendrift und damit die Geschwindigkeit zuverlässiger ermitteln. So eine Aufgabe ist bei den ferneren und lichtschwächeren Galaxien alles andere als leicht zu bewältigen.

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Fakten, Zahlen und Methoden
Artikel zum Thema
Stunde Null
Wie alt ist der Kosmos?
Ein Stern aus uralten Zeiten...
Auf der Suche nach kosmischen Uhren
Abschied vom ewigen All
Vom "Steady-State" zur Expansion
Hubbles Entdeckung
Die Hubble-Konstante und der Urknall
Der Haken an der Sache...
Wie schnell expandiert das Universum?
Je röter desto schneller...
Der Dopplereffekt
Helligkeitsschwankungen als kosmische Zollstöcke
Entfernungsmessung mithilfe von Cepheiden
Kosmischen Distanzen auf der Spur
Fortschritte durch neue Technik
Chandra und noch ein Effekt
Zurück zu den Anfängen?
Je schwerer desto schneller die Alterung...
Kugelsternhaufen und das Weltalter
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen