Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Freitag, 10.02.2012
Ganz schön abgehärtet
Die Pflanzen im Wattenmeer

Anpassung ist (über-)lebenswichtig 
Anpassung ist (über-)lebenswichtig
© Grünes Oval
Mit den extremen Standortbedingungen im Wattenmeer kommen nur wenige Pflanzen klar. Sie müssen zweimal am Tag die Überflutungen mit Salzwasser über sich ergehen lassen, große Temperatur- und Lichtschwankungen und den starken Wind überstehen.

Das können nicht viele Pflanzen. Im Watt selbst kommt deshalb nur das Seegras vor. Weiter landeinwärts - ab der Hochwasserlinie - sind Queller und Schlickgras zu finden. Je weiter man sich vom Meer entfernt, desto geschlossener werden die Pflanzenbestände.

Die Wattenmeer-Pflanzen sind sehr hart im nehmen. In hoher Konzentration wirkt Salz in Pflanzenzellen nämlich wie Gift. Andererseits wird das Salz aber auch gebraucht, um den für die Wasseraufnahme nötigen osmotischen Druck aufrecht zu erhalten. Schwierig hier das optimale Gleichgewicht zu finden...

Wie schaffen es die Wattenmeer-Pflanzen aber trotzdem mit dem Salz im Übermaß zu leben? Es gibt verschiedene Methoden. Der Queller kann wegen seiner elastischen Zellwände große Wassermengen aufnehmen und anschließend das Salz in den Zellen verdünnen. Die Strandaster lagert das Salz in ihren Blättern ein, bis sie absterben. Durch Ausscheidungen von Tausenden von Drüsen entledigt sich der Halligflieder des Salzes. Im Sommer sind diese Pflanzen deshalb häufig mit kleinen Salzkristallen überzogen.

Melden sammeln hingegen das Salz in nadelförmigen Blattzellen, die irgendwann abbrechen. Und manche Pflanzen beugen der Versalzung vor, indem sie sich vor zu starker Sonneneinstrahlung und Verdunstung schützen, entweder durch behaarte Blätter (Meerstrandbeifuß) oder durch eine Wachsschicht (Strandquecke).

zurück   | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 |    weiter
Artikel drucken   Dossier komplett anzeigen
Suche
Erweiterte Suche
Facts
Überblick
Das Wichtigste in Kürze
Artikel zum Thema
Bedrohtes Paradies Wattenmeer
Wo der Meeresboden begehbar ist...
Gebiet, in dem man waten kann
Das Wattenmeer stellt sich vor
Beständig ist nur der Wandel
Wieso gibt es eigentlich das Watt?
Watt ist nicht gleich Watt...
Geologische und geographische Einteilung
Von Salzwiesen und Dünen...
Die Lebensräume im Watt
Schützenwerte Naturlandschaft
Die Nationalparks im Wattenmeer
Hier ist mehr los als im Regenwald...
Nicht jeder kann hier leben
Rekordverdächtiges im Wattenmeer
Es kreucht und fleucht...
Von Knutt, Plattfisch, Heuler und dem kleinen Tümmler
Watt als Heimat für Tiere der Lüfte und des Wassers
Ganz schön abgehärtet
Die Pflanzen im Wattenmeer
Erdöl in der Nordsee
Nicht nur Tankerunglücke sind Schuld...
Von "schwarzen Flecken" und grünen Algen
Zu viel Nährstoffe sind auch nicht gut...
Der "blanke Hans" und seine Folgen
Der Sand wird immer weniger...
Jubiläum im Watt
Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 20 Jahre alt
Top-Diaschauen
Überleben im Winter
2012 und die Maya
Die großen Massenaussterben
Quallen
Riesenschlangen
Aktuelle Dossiers
Klima-Hotspot Moorböden
Wie Forscher den Treibhausgas-Emissionen von Mooren auf die Spur kommen
Schwelbrände im Gewebe
Chronische Entzündungen und ihre Ursachen
Röntgenblick in die Geheimnisse der Mumien
Neue bildgebende Verfahren helfen bei der Erforschung menschlicher Relikte
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
Auch Pflanzen besitzen Stammzellen
Unerschöpflich kreativ
Energie-Produzent Gebäude
Wie Häuser zu Kraftwerken werden
Bermudas Unterwelt
Expedition zu den unterirdischen Salzwasserhöhlen einer Tropeninsel
Alte Seuchen in neuem Licht
Forscher untersuchen Resistenz gegen Pest und Cholera
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Mikrobielle Mitbewohner auf Weltreise
Bakterien in Magen und Speichel helfen beim Erforschen menschlicher Wanderungen