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Rekordverdächtiges im Wattenmeer

Es kreucht und fleucht...

Wattwurm © Grünes Oval

Die Tierwelt im Watt ist nicht nur wegen ihrer Vielfalt spektakulär – circa 3.200 Arten kommen hier vor, davon 250 nur hier im Wattenmeer.

Fangen wir mit einem der kleinsten im Watt lebenden Organismen an. Dieser ist mit dem bloßen Auge noch nicht einmal zu erkennen, man kann ihn höchstens mit den Füssen ertasten. Gemeint sind die Mikroalgen, die bräunlich-glitschig den Wattboden überziehen. Diese einzelligen Pflanzen ernähren sich von Mineralstoffen und erzeugen dabei kleine Sauerstoffbläschen im Wasser. Ohne diese Algen hätten wir kein Schlickwatt – sie verkitten mit ihrem Schleim die Sedimente.

Die Mikroalgen sind wiederum Hauptnahrungsmittel für Strand- und winzige Wattschnecken, die die Algenflächen regelrecht abgrasen. Begegnet der Wattwanderer bandförmigen Spuren im Watt, so waren diese beiden Schneckenarten schon vor ihm da. Auch Platt- und Tell- und Sandklaffmuscheln schätzen das reichhaltige Algenangebot. Sie sind im Boden eingegraben und saugen die Algen mit einem langen Saugrohr von der Oberfläche ab.

Weitere typische Muschelvertreter im Watt sind Herz- und Miesmuscheln. Sie bilden große Muschelbänke und Kolonien. Herzmuscheln graben sich ins Watt ein, Miesmuscheln bleiben hingegen an der Oberfläche und „verankern“ sich mit festen Eiweißfäden an Steinen, Pfählen oder Artgenossen. Es ist kaum zu glauben, aber jede Muschel filtert einen Liter Wasser in der Stunde. Nähr-, aber auch Schadstoffe, werden beim Filtrieren durch die Kiemen zurückgehalten. Zwar reinigen die Weichtiere auf diese Art und Weise das Wassser, in den Muscheln selbst sammeln sich aber mit der Zeit größere Mengen an Schadstoffen an.

Typisch für das Watt sind die unzähligen Kothäufchen, die den Wattboden überziehen. Sie stammen von den „Sandfressern“, deren Hauptnahrung offensichtlich ist. 30 Zentimeter tief im Wattboden lebt der Wattwurm in einer U-förmigen Röhre. An einem Ende frisst er den Sand in sich hinein, zwischendurch verdaut er die enthaltenen Nährstoffe und „entsorgt“ den Rest des Sandes dann am anderen Ende der Röhre. So werden im Jahr etwa 1.000 Tonnen Sand pro Hektar von den Wattwürmern umgewälzt.

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Stand: 09.09.2005

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Bedrohtes Paradies Wattenmeer
Wo der Meeresboden begehbar ist...

Gebiet, in dem man waten kann
Das Wattenmeer stellt sich vor

Beständig ist nur der Wandel
Wieso gibt es eigentlich das Watt?

Watt ist nicht gleich Watt...
Geologische und geographische Einteilung

Von Salzwiesen und Dünen...
Die Lebensräume im Watt

Schützenwerte Naturlandschaft
Die Nationalparks im Wattenmeer

Hier ist mehr los als im Regenwald...
Nicht jeder kann hier leben

Rekordverdächtiges im Wattenmeer
Es kreucht und fleucht...

Von Knutt, Plattfisch, Heuler und dem kleinen Tümmler
Watt als Heimat für Tiere der Lüfte und des Wassers

Ganz schön abgehärtet
Die Pflanzen im Wattenmeer

Erdöl in der Nordsee
Nicht nur Tankerunglücke sind Schuld...

Von "schwarzen Flecken" und grünen Algen
Zu viel Nährstoffe sind auch nicht gut...

Der "blanke Hans" und seine Folgen
Der Sand wird immer weniger...

Jubiläum im Watt
Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 20 Jahre alt

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