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Sonntag, 23.09.2018
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Höhle ist nicht gleich Höhle

Die verschiedenen Arten von Kavernen

Höhlen können auf unterschiedliche Art und Weise entstehen. Daher unterscheiden Höhlenforscher, sogenannte Speläologen, verschiedene Höhlentypen. So gibt es Höhlen in vulkanischem Gestein, sogenannte Lava- oder Tuffhöhlen. Höhlen können aber auch in Eis und Schnee entstehen oder an der Küste durch die Kräfte von Wind und Wellen geformt werden. Die meisten und größten Höhlen auf der Erde sind jedoch Kavernen, die sich in Kalkgestein bilden.

Lavahöhle

Lavahöhlen werden von den Geologen als Primärhöhlen bezeichnet. Sie entstehen zusammen mit ihrem Umgebungsgestein, wenn Lava bei Vulkanausbrüchen an die Erdoberfläche tritt. Die dünnflüssige Lava kühlt an ihrer Oberfläche ab und erstarrt. Da diese Oberflächenschicht die Lava im Inneren gut isoliert, bleibt diese flüssig und kann abfließen. Dabei kann sie sich in ältere Gesteinsschichten einschneiden und sich so ihren Weg durch den Untergrund bahnen. So entstehen Röhren und Tunnel, die bei diesem Vorgang teilweise einstürzen. Der Lavastrom transportiert das herabfallende Material ab, auf diese Weise vergrößert sich der Lavatunnel stetig. Schließlich entsteht ein weiträumiges, verzweigtes System aus Gängen und Stollen. Aus der ursprünglichen Lavaröhre ist eine Höhle geworden. Lavahöhlen sind im Gegensatz zu Höhlen aus Kalkgesteinen auf der Erde relativ selten, sie kommen zum Beispiel auf Hawaii, Teneriffa oder Island vor.

Wenn Wasser unter einem Gletscher hindurchfließt, entstehen Eishöhlen. Das Wasser, das unter dem Gletscher oder durch Spalten innerhalb des Gletschers fließt, kann Tunnel und Kammern in das Eis schmelzen und es durch Erosion abtragen. Diese Höhlen erstrahlen dann in einem bläulichen Glanz, da das Licht sich seinen Weg durch die Eisschichten bahnen muss und ein Teil des Spektrums weggefiltert wird. Eishöhlen können aber auch Höhlen in Felsgestein sein, in denen die Temperatur ständig unter dem Gefrierpunkt liegt und sich so Eisformationen an Boden, Wänden und Decke bilden.

Brandungshöhle

Brandungshöhlen entstehen, wenn Wellen an den Küsten unaufhörlich gegen die Klippen schlagen. Die kombinierte Kraft von Wellen, Gezeiten und Regen trägt an der Basis der Klippen Gestein ab, auf diese Weise wird der Fels ganz allmählich ausgehöhlt und eine Brandungshöhle entsteht. Meistens bilden sich diese Höhlen an Schwächungszonen im Fels, wo relativ weiches Gestein in härteres eingebettet ist. Hier entsteht zunächst eine Spalte oder ein Riss, der dann von innen weiter ausgehöhlt wird. Sand und Steine, die von den Wellen transportiert werden, tun ihr übriges und schmirgeln die entstehenden Höhlenwände weiter ab.

Die Höhlen in den Klippen bieten einer Vielzahl von Tieren Lebensraum. Anemonen, Seesterne und Schwämme finden hier Schutz und Nahrung, aber auch größere Tiere wie Robben und Seelöwen ziehen sich hierhin zurück.

Einige der bekanntesten Brandungshöhlen sind die Blaue Grotte auf Capri und Fingal's Cave auf der britischen Insel Staffa. Obwohl sie recht breit und hoch sind, beträgt ihre Länge von einem Ende zum anderen kaum mehr als 75 Meter. Die größte Brandungshöhle der Welt ist Painted Cave auf Santa Cruz Island in Kalifornien mit einer Länge von 374 Metern.

Erosionshöhlen bilden sich durch Abtragung von Felsen, sie werden von Wind und Wetter geformt. Diese Höhlenform kann in fast allen Gesteinstypen vorkommen. Die Bildung von Erosionshöhlen ähnelt sehr derjenigen von Oberflächencanyons. Bei Sandsteinhöhlen löst der Regen den natürlichen Zement, der die Sandpartikel zusammenhält, und Wind und fließendes Wasser tragen dann die Sandkörner ab. Der Wind und mit ihm transportierte abrasive Sandpartikel sind hauptverantwortlich für die Bildung der Sandsteinhöhlen.

Stand: 05.08.2005
 
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