Land und Wasser, Licht und Schatten - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Land und Wasser, Licht und Schatten

Höhlenhabitate und ihre Bewohner

Höhlen bieten für die Tiere, die in ihnen leben, vielfältige Zonen für verschiedene Lebensbedürfnisse. Damit bei einem begrenzten Platz- und Nahrungsangebot die Konkurrenz untereinander nicht zu groß wird, müssen sich die Höhlenbewohner auf unterschiedliche Habitate aufteilen. Diese bieten – entgegen des ersten Eindrucks – Nahrung, Wasser, Schutz und Raum, alles was Tiere zum Überleben benötigen.

Höhleneingang © Bill Elliott, Biospeleology

Zum einen werden die Höhlenbiotope in Land- und Wasserhabitat unterteilt. So konkurrieren viele Tiere allein deshalb nicht miteinander, weil die einen Höhlengewässer, die anderen trockengefallene Höhlenareale bewohnen. Typische Bewohner der Höhlengewässer sind Höhlenfische, Krebse und Salamander. Den Landteil besiedeln Fledermäuse, Grillen oder Spinnen, um nur einige zu nennen.

Biologen unterscheiden im Biotop Höhle auch verschiedene Lichtzonen. Der Bereich unmittelbar hinter dem Höhleneingang ist die Eintrittszone. Hier gelangt noch Licht von außen in die Höhle, so dass es hier noch einige Pflanzen gibt. Auch Tiere, die normalerweise an der Oberfläche leben, begeben sich gelegentlich hierher. In der Dämmerungszone in größerer Entfernung vom Höhleneingang verringert sich die Helligkeit allmählich. Weiter im Inneren der Höhle liegt die mittlere Zone, hier beginnt die Dunkelheit, aber es treten noch vereinzelt Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf, die vom Wetter außerhalb der Höhle abhängen. Die eigentliche Höhle liegt in der Dunkelzone, wo totale Finsternis und konstante klimatische Bedingungen herrschen. Hier leben die Höhlenbewohner im eigentlichen Sinne, die Troglobiten.

Verglichen mit der Erdoberfläche gibt es in Höhlenbiotopen nur wenig Nährstoffe. Da das Nahrungsangebot an der Oberfläche viel größer ist, benutzen beispielsweise Fledermäuse eine Höhle nur als Schlafplatz, ihre Beute fangen sie jedoch außerhalb. Daher müssen die meisten Nährstoffe von außen in die Höhle gebracht werden. Dies geschieht größtenteils durch organisches Material wie Samen, Nüsse, und kleine Tiere, die durch Wasserläufe in eine Höhle gespült werden. Weitere Biomasse gelangt in Form von Eiern und Exkrementen in die Höhlenzone. Besonders der Guano von Fledermäusen spielt eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf einer Höhle. Das organische Material wird schließlich von Organismen wie Pilzen und Bakterien zersetzt und so für andere Tiere nutzbar. Höhlenbewohnende Tiere haben sich unter anderem durch geringere Reproduktionsraten an diese Nahrungsknappheit angepasst.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. 12
  26. |
  27. weiter


Stand: 05.08.2005

Anzeige

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Höhlen
Geheimnisvolle Welt unter der Erde

Höhle ist nicht gleich Höhle
Die verschiedenen Arten von Kavernen

Steter Tropfen höhlt den Stein...
Kalksteinhöhlen und ihre Entstehung

Wo gibt es Höhlen?
Karstgebiete bieten ideale Voraussetzungen für Höhlen

Rekorde aus der Unterwelt
Die längsten und tiefsten Höhlen

Grazile Formationen aus Kalk
Tropfsteine brauchen Tausende von Jahren

Von Popcorn, Perlen und Blumen
Die bizarre Welt der Höhlenformationen

Land und Wasser, Licht und Schatten
Höhlenhabitate und ihre Bewohner

Farblos und blind
Tiere, die unter Tage leben

Menschlicher Fisch aus dem Karst
Der Grottenolm

Forschungsstätte, Kühlschrank und Schmugglernest
Wie Menschen die Höhlen nutzen

Prähistorische Kunst in der Höhle
Die Grotte von Lascaux

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Kalk - Über eine ungewöhnliche Allianz aus Wasser und Stein

Anzeige
Anzeige