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Montag, 21.05.2012
Prähistorische Kunst in der Höhle
Die Grotte von Lascaux

An der Westseite des Massif Central bei Montignac in Frankreich findet sich eine der bedeutendsten Fundstätten der Höhlenmalerei: die Grotte von Lascaux.

Grotte von Lascaux 
Grotte von Lascaux
© Höhle von Lascaux
Diese Höhle ist mit etwa 1.000 aus dem Paläolithikum stammenden Felsmalereien verziert, die hunderte von Quadratmetern Wandfläche bedecken. Hauptsächlich handelt es sich bei den Malereien um monumentale Tierdarstellungen wie Bisons oder Wildpferde. Als Farben benutzten die prähistorischen Bewohner Ocker, Eisenoxide und Manganerde.

1940 wurde die Höhle entdeckt, nachdem der Eingang lange Zeit verschüttet gewesen war. Die Forschungsarbeiten von zwei Jahrzehnten ermöglichten, die Ikonographie von Lascaux chronologisch festzuhalten. Mithilfe der 14C-Methode stellte sich heraus, dass die meisten Gemälde zwischen 15.000 und 13.000 vor Christus entstanden sind.

Das Innere der Höhle gliedert sich in mehrere Kammern und Abschnitte. Vom Eingang kommend gelangt der Besucher über einen Abhang in die erste Kammer: den Raum der Stiere. Darauf folgt der 30 Meter lange axiale Divertikel. Am Ende eines langen Ganges findet sich noch das Kabinett der Katzentiere.

Die Höhle zieht einen enormen Strom von Touristen an. Bis 1955 besuchten täglich bis 1.200 Personen die Kammern. Dann machten sich die ersten Folgen bemerkbar. Durch die Atemluft der vielen Menschen in der Kammer stieg die Kohlendioxidkonzentration an. Das führte dazu, dass die winzigen Wassertröpfchen in der Luft der Höhle deutlich saurer wurden und die Säure den Kalkstein mit den Gemälden angriff. Als Reaktion darauf wurden Anlagen zur Überwachung des Kohlendioxidgehalts der Luft installiert. Doch sogar Moose und grüne Algen begannen sich auf den Wänden breit zu machen. 1963 sah das Kulturministerium keine andere Möglichkeit als die Höhle für die Besucher zu schließen, um das wertvolle Kulturerbe zu erhalten.

Durch den rigorosen Ausschluss der Menschen und die Wiederherstellung des klimatischen Umfelds konnten die Werke gerettet werden. Heute überwacht ein ausgeklügeltes System Kohlendioxidgehalt und Luftfeuchtigkeit in der Höhle. 1980 entschlossen sich die Behörden, die Kulturstätte originalgetreu an einer anderen Stelle nachzubauen. Seit 1983 ist Lascaux II geöffnet und zieht jährlich 300.000 Besucher an.

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