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Freitag, 10.02.2012
Gipfel am Boden zerstört
Nichts ist für die Ewigkeit

Himalaja-Vorland und Gangesdelta 
Himalaja-Vorland und Gangesdelta
© NASA / MODIS  Himalaja-Vorland und Gangesdelta
Kurios aber wahr: Nicht nur Pflanzen gedeihen bei Regen besser, auch der Himalaja tankt seine Kraft zum Wachsen aus dem Himmelswasser. Denn erst durch eine Klimaänderung vor rund acht Millionen Jahren, so haben Forscher herausgefunden, verstärkte sich der Monsun und führte zur Erhöhung der Erosion im heutigen Südostasien. Der schätzungsweise zehnfach erhöhte Abtransport von Felsschutt aus dem Gebirge wirkte wie eine Entschlackungskur: Das leichter werdende Gebirge stieg wie ein unter Wasser gedrückter Korken beschleunigt aus der zähflüssigen Asthenosphäre auf und wurde als geologisches Leichtgewicht in den Himmel „katapultiert“.

Regenkur schafft Gangesdelta
Die Gipfel des Himalaja sind im wahrsten Sinne des Wortes am Boden zerstört. Denn durch die Erosion von Wind und Wetter hat sich über Jahrmillionen am Südfuß des Gebirges ein bis zu fünf Kilometer dickes Sedimentpaket angesammelt – alles Abtragungsschutt aus dem Gebirge. Auf ein Volumen von ungefähr 8,5 Millionen Kubikkilometer schätzen Geologen den Erosionsschutt in der Ebene und dem Gangesdelta– dies entspricht immerhin dem doppelten Volumen des Mittelmeers.

Auch den Alpen erging es in der Vergangenheit nicht viel besser. Berechnungen zufolge wären sie ohne Erosion heute bis zu dreißig Kilometer hoch. Doch der höchste Gipfel der Alpen, der Montblanc, bringt es heute nur noch auf geradezu bescheidene 4.807 Meter. Auch der Ural ragte in seiner „Hoch“zeit vermutlich mehr als 4.000 Meter in den Himmel – heute sind es gerade noch 1.894 Meter.

 Von der Erosion freigelegter Vulkanschlot
Von der Erosion freigelegter Vulkanschlot
© Harald Frater
Die Stärke der Erosion ist von der Härte der Gesteine, von der Steilheit der Hänge, vom Klima und der Vegetation abhängig. In den Hochlagen zerkleinert zum Beispiel der Frost aber auch die Sonneneinstrahlung die Gesteine. Der Felsschutt wird anschließend durch die Kraft von Wasser, Eis und Wind den Berg hinabtransportiert. Generell gilt: Umso höher und steiler ein Gebirge, desto schneller wird es auch wieder abgetragen. Und gäbe es nicht die sich stets wiederholende Gebirgsbildung, so sähe die Erde heute dank der Erosion sicherlich „platt wie eine Flunder“ aus.

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