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Der vielleicht größte Haken an der Sequestrierung ist, wie bei allen neuen, noch unausgereiften Technologien, die Wirtschaftlichkeit. Probleme bereitet dabei vor allem der erste Schritt in der Verfahrenskette, die Abtrennung des Kohlendioxids von den restlichen Brennstoff- oder Emissionsbestandteilen. Alle bisher getesteten Verfahren sind nicht nur ziemlich teuer, sie senken zu allem Überfluss auch noch die Energieausbeute des Kraftwerks und damit auch den Gewinn. Nach Schätzungen der Experten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung (WBGU) ist die Abscheidung für etwa drei Viertel der Gesamtkosten verantwortlich.
 | | Kohle-Gas-Kraftwerk © DOE | Ursache dieser Einbußen ist zum einen die durch den CO2-Entzug geringere Brenngasmenge in den Turbinen, besonders bei der so genannten vorgeschalteten Abscheidung. Weitere Verluste bringt der hohe Energiebedarf der verschiedenen Absorptions-, Trenn- und Lösungsschritte. Studien zeigen, dass eine CO2-Abscheidung je nach Verfahren und Kraftwerkstyp bis zu 15 Prozent geringere Leistungen zur Folgen haben kann. Der niederländische Physiker Wim Turkenburg geht in einer gemeinsam mit seinem Kollegen Hendricks veröffentlichten Vergleichsstudie sogar von einem zusätzlichen Energieeinsatz von 20 bis 40 Prozent für Kraftwerke mit Sequestrierung aus.
Und die aufwendigen Prozeduren, um das Kohlendioxid aus dem Brennstoff oder den Emissionen abzutrennen, verschlingen nicht nur Energie sondern auch reichlich Geld: Nach Schätzungen des amerikanischen „Carbon Sequestration Program“ kostet allein die Abscheidung des Kohlendioxids mit heutiger Technologie bis zu 150 Dollar pro Tonne Kohlenstoff – und damit viel zu viel für den praktischen Einsatz. Andere Schätzungen sind nicht viel positiver, sie schwanken zwischen 75 und 250 Euro pro Tonne Kohlenstoff.
Dazu kommen dann noch die je nach Verfahren unterschiedlich hohen Kosten für den Transport des abgetrennten CO2 beispielsweise in Pipelines und die Lagerung. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker schätzt diesen Anteil auf noch einmal zehn bis 24 Euro pro Tonne Kohlenstoff.
Insgesamt summiert sich das auf Gesamtkosten von rund 100 bis 300 Dollar pro Tonne vermiedener CO2-Emission, so schätzt wenigstens das amerikanische Energieministerium. Der deutsche Energiekonzern Rheinbraun rechnet bei einem Einsatz von Sequestrierungstechnologien mit mindestens einer Verdopplung der Stromkosten und einem Anstieg von drei auf sechs bis sieben Cent pro Kilowattstunde.
Allerdings: Damit läge der Preis immerhin noch niedriger als der derjenige, der heute für Strom aus erneuerbaren Energien gezahlt werden muss. Hier sind, je nach Energieform und Anbieter, zwischen neun und 50 Cent fällig. Zudem haben es sich beispielsweise die USA zum Ziel gesetzt, spätestens bis zum Jahr 2015 die Kosten für die Sequestrierung auf unter zehn Dollar pro Tonne Kohlendioxid zu senken.
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