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Freitag, 10.02.2012
Drei Herzen, blaues Blut und noch viel mehr
Extravagante Tintenfische

Octopus vulgaris 
Octopus vulgaris
© 2004, Volker Christian Miske, http://www.tintenfische.info
Den Slogan „Die Kraft der zwei Herzen“, mit dem ein Pharma-Unternehmen seit Jahrzehnten für ein Energie-Tonikum wirbt, scheinen sich auch die Tintenfische zu eigen gemacht zu haben – nur bereits vor Jahrmillionen. Bei ihnen sind es jedoch nicht nur zwei sondern sogar drei Pumpstationen, die den Körper des Tieres mit Blut versorgen. Die Hauptrolle spielt dabei das Zentralherz, das den beinahe geschlossenen Blutkreislauf antreibt. Ihm assistieren zwei so genannte Kiemenherzen.

Der „Saft des Lebens“
Doch was da durch die Adern der Tiere pulsiert, hat rein äußerlich nur wenig mit dem menschlichen Blut gemein. Denn der „Saft des Lebens“ ist bei den Kopffüßern nicht rot sondern bläulich-grün. Grund für dieses außergewöhnliche Phänomen, das unter anderem auch Hummer zeigen, ist Kupfer. Dieses Element übernimmt bei den Tintenfischen die Rolle des Eisens beim Sauerstofftransport im Blut. Und wenn es sich mit O2 verbindet, färbt es sich bläulich.

Schmecken und Fressen
 Sepia
Sepia
© CephBase / John Forsythe
Nicht nur beim Blut haben sich die Tintenfische etwas Besonderes „einfallen“ lassen, auch das Schmecken und Fressen erledigen sie auf besondere Art und Weise. Gerät beispielsweise ein Krebs zwischen die Fangarme, liefern spezielle Sinneszellen rund um die Saugnäpfe blitzschnell Informationen über Geruch und Geschmack des Beutetieres an das hoch entwickelte Gehirn. Sie schmecken quasi mit den Fingern.

Gibt das Gehirn sein o.k., zerren die Fangarme das Opfer zum Mund, wo die harten, papageienschnabelartig geformten Kiefer, die Panzer des Opfers knacken. Den Rest der Mahlzeit besorgen dann die Raspelzunge, die Weichteile der Beute in mundgerechte Häppchen zerlegt, und der Gift und Verdauungsenzyme enthaltende Speichel der Tiere.

Tinte als Tarnung
Melanin ist der Hauptbestandteil der Tintenflüssigkeit, die fast alle Kopffüßer bei Gefahr immer wieder in großen Wolken ausstoßen. Sie wollen damit den Gegner verwirren und im Schutze des Nebels unbemerkt entfliehen. Manche Arten reichern die Tintenflüssigkeit noch mit einem körpereigenen Betäubungsmittel an, das das Riechvermögen der Feinde für einige Zeit außer Gefecht setzt. Beim Menschen ist die Tinte äußerst begehrt und wird beispielsweise eingesetzt um Nudeln zu schwärzen.

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