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Samstag, 01.10.2016
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Hypatia: Tod für die Wissenschaft

Die berühmteste Gelehrte des antiken Alexandria wird wiederentdeckt

Forscherin Hypatia mit Planetenmodell

Forscherin Hypatia mit Planetenmodell

Sie war die berühmteste Mathematikerin der Antike, die letzte Leiterin der Gelehrtenschule von Alexandria – und sie starb für ihren Glauben an die Freiheit der Forschung und die Unabhängigkeit der Wissenschaft: Hypatia von Alexandria. Lange Zeit war sie in Vergessenheit geraten, doch jetzt erzählt ein neuer Kinofilm ihre Geschichte.

Hypatia lehrte im Alexandria des 4. Jahrhunderts, einer antiken Hochburg des Wissens, als einzige Frau Philosophie, Mathematik und Astronomie und galt weithin als gefeierte Rednerin und begnadete Forscherin. Ihre Zeitgenossen rühmten sie als „strahlendes Gestirn geistreicher Wissenschaft“. So hatte die Gelehrte - 1.200 Jahre vor Kopernikus und Galilei – unter anderem bereits erkannt, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Kosmos ist, sondern um die Sonne kreist. Doch für dieses fortschrittliche, wissenschaftlich korrekte Weltbild waren die Zeit und das Christentum noch nicht reif.

Denn Hypatia lebte und arbeitete inmitten einer gewaltreichen Umbruchszeit. Am Ende des 4. Jahrhunderts errang das Christentum endgültig die Macht über die antike Welt. Ganze Forschungszweige galten von nun an als „heidnisch“ oder gar „satanisch“. Zu ihnen gehörten auch Mathematik, Astronomie und Philosophie. Das Ende der griechisch-römischen Ära brachte daher nicht nur einen religiös-kulturellen Wandel, es beeinflusste auch die Wissenschaft zutiefst. Viele Erkenntnisse versanken für Jahrhunderte im Dunkel des Mittelalters, einige Werke gingen für immer verloren. Nach der Zerstörung der letzen Bibliothek Alexandrias und dem Ende der antiken Gelehrtentraditionen geriet auch Hypatia in Vergessenheit. Erst in der Neuzeit wurden die Wissenschaftlerin und ihre ungewöhnliche Lebensgeschichte wieder entdeckt.

Am 11. März 2010 wird Hypatia nun erneut ins Rampenlicht der Geschichte treten: als Hauptfigur des Films „Agora – die Säulen des Himmels“. Der jetzt in Deutschland startende Kinofilm des spanischen Oscar-Preisträgers Alejandro Amenábar nimmt die Zuschauer mit auf die Reise ins Alexandria des vierten Jahrhunderts und in die entscheidende Umbruchsphase zwischen Antike und Mittelalter. Er will jedoch mehr sein als nur ein „Sandalenfilm“. „Eine zeitgemäße Parabel über religiöse Intoleranz, erbarmungslose fundamentalistische Gewalt und die Machtlosigkeit von Vernunft und persönlicher Freiheit im Angesicht dieser Bedrohungen“, so kommentierte eine amerikanische Filmkritikerin das Werk.

Was damals wirklich geschah, ist heute auch der Forschung nur in Teilen bekannt. Was wir über die Geschichte der Hypatia und die letzen Tage der Gelehrtenschule von Alexandria wissen, zeigen diese Seiten ….

Inhalt:

  1. „Nabel der Gelehrsamkeit“
    Das antike Alexandria und die junge Hypatia
  2. Von Kegeln und Gleichungen zum Sonnensystem
    Hypatia als Mathematikerin und Astronomin
  3. Eine Frau im Philosophentalar
    Hypatia lehrt am Museion
  4. Flammen über der Bibliothek
    Alexandria unter christlicher Herrschaft
  5. Krieg im „Dienste Gottes“
    Die Eskalation der Konflikte
  6. Zwischen den Fronten
    Ende der Schonzeit für Hypatia und das Museion
  7. Der Mord
    Hypatias Tod und das Ende einer Ära
  8. Vom vergessenen Opfer zum verklärten Symbol
    Das Bild von Hypatia nach ihrem Tod
  9. Hypatia als Filmheldin
    Der Kinofilm „Agora – Die Säulen des Himmels“
Nadja Podbregar
Stand: 11.03.2010
 
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