Risiko einer Lungen-Embolie bei Langstreckenflügen 20 mal höher Lebensgefahr durch „Economy-class-Syndrom“ - scinexx | Das Wissensmagazin
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Risiko einer Lungen-Embolie bei Langstreckenflügen 20 mal höher

Lebensgefahr durch „Economy-class-Syndrom“

Wer lange Flugreisen unternimmt, riskiert eher eine Lungenembolie als Krebskranke, Bettlägerige oder Schwangere. Das ist das Ergebnis einer Studie deutscher Mediziner. Eine solche Verstopfung der Lungenarterie ist zwar gemessen an der Zahl von Passagieren relativ selten, doch bei Flugreisen von mehr als 5.000 Kilometern ist das Risiko etwa 20 Mal höher als bei kürzeren Flügen.

Wissenschaftler unter Leitung von Ralf Lehmann von der Universität Frankfurt am Main untersuchten in ihrer aktuellen Studie 257 Krankengeschichten von Patienten mit akuter Lungenarterienembolie. Präsentiert wurde diese auf der 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim, an der mehr als 6.000 Teilnehmer aus 25 Ländern teilnahmen.

Eine Lungenembolie ist potenziell immer lebensbedrohlich und muss sofort behandelt werden. Bei Patienten, die eine Reise-bedingte Embolie erleiden nimmt diese, wie die Studie zeigt, zudem einen akuteren Verlauf als bei Menschen mit Embolien anderer Ursachen. Als Folge müssen sie häufiger wiederbelebt und beatmet werden und sterben auch häufiger daran. Dafür allerdings ist zumindest die Langzeitprognose nach Entlassung für diese Patienten signifikant besser: Die Wahrscheinlichkeit einer Wiederholung oder weiterer Schäden ist geringer als nach Lungenembolien anderer Ursachen.

Neben dem verkrampften Sitzen auf Flügen in der Economy-Class können auch die speziellen Bedingungen an Bord zu dem erhöhten Embolierisiko beitragen, vor allem der niedrige Luftdruck. Als vorbeugende Maßnahmen bei Flugreisen empfehlen die Mediziner häufig eine Reihe von Maßnahmen, zum Beispiel der Verzicht auf Schlaftabletten oder starken Alkoholkonsum, damit man nicht zu lange einschläft und sich deshalb kaum bewegt. Regelmäßiger Wechsel der Körperposition, häufiges Aufstehen und Herumgehen, und das Tragen elastischer Stützstrümpfe gelten als sinnvoll.

(Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, 28.03.2008 – NPO)

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