Neue Sensortechnik für die Bodenbearbeitung GPS macht Landmaschinen schlau - scinexx | Das Wissensmagazin
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Neue Sensortechnik für die Bodenbearbeitung

GPS macht Landmaschinen schlau

© Universität zu Kiel

Grubber werden in der Landwirtschaft zum Lockern und Krümeln der Erde oder zum Einarbeiten von Pflanzenresten eingesetzt. Forscher der Universität zu Kiel (CAU) haben nun einen intelligenten Grubber entwickelt, der selbst „fühlt“, wie tief er im Acker graben muss. Kernstück der neuen Maschine ist die erste gps-gestützte Sensortechnik für die Bodenbearbeitung. Der Prototyp – ein vierreihiger Grubber mit Schlepper – wurde jetzt auf einem Versuchsfeld erstmals eingesetzt.

Und so funktioniert die neue Steuerungselektronik: Der Landwirt gibt die Boden- und Witterungsinformationen einmalig in einen „Bordcomputer“ am Schlepper ein. Anschließend befährt er den Acker mit dem Grubber, der nun anhand der Daten selbst erkennt, wenn er etwa über Ton fährt und flacher in den Boden eindringen muss und wo er Sand bearbeitet und dementsprechend intensiv arbeiten muss. Während der Fahrt dokumentiert der Computer Zugkraft und Energieverbrauch auf den Quadratmeter genau und kontinuierlich.

„Dadurch kann ein Landwirt bis zu 50 Prozent Dieselkraftstoff bei der Bodenbearbeitung einsparen“, erklärt Yves Reckleben von der CAU, der das elektronische System mit entwickelt hat. Außerdem schone es die Umwelt, wenn die Teilflächen entsprechend ihrer Beschaffenheit und nicht mit gleicher Stärke bearbeitet werden.

Test „auf Herz und Nieren“

Durch die jahrelange Dokumentation der Bodenbearbeitungsgänge und des Energieverbrauchs von Maschinen am Institut hatten die Wissenschaftler der CAU eine gute Basis für die Neuentwicklung: Innerhalb eines Jahres war in Zusammenarbeit mit den Partnerfirmen – Amazone für den Grubber und Case für den Schlepper – die Elektronik reif für den Prototypen.

Die herkömmliche Methode – der Landwirt gibt die Arbeitstiefe einmalig manuell ein und bearbeitet dann den gesamten Acker gleich – ist also schon bald Geschichte. Bevor die neue Grubbertechnik jedoch verkauft werden kann, können noch ein bis zwei Jahre ins Land gehen. Zuvor wird der Forschungsgrubber auf dem Versuchsgut der Universität und auf anderen landwirtschaftlichen Flächen „auf Herz und Nieren“ geprüft.

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(idw – Universität zu Kiel, 21.06.2005 – DLO)

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