Kooperation der Unis Wuppertal und Isfahan Bergische Fachwerkhäuser schützen Iraner vor Erdbeben - scinexx | Das Wissensmagazin
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Kooperation der Unis Wuppertal und Isfahan

Bergische Fachwerkhäuser schützen Iraner vor Erdbeben

Synthese aus bergischer und iranischer Architektur: Fachwerk gegen Erdbeben © Bergische Universität Wuppertal

Der Iran ist ständig von Erdbeben bedroht – erdbebensichere Häuser werden dringend benötigt. Unterstützt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) errichten iranische Bauingenieurswesen Studenten jetzt ein erdbebensicheres Musterhaus mit iranischer Architektur und bergischer Bauweise, das dann im Iran gebaut werden soll.

Vom 9. bis zum 17. August 2007 geht es hoch her auf dem Parkplatz der Uni Wuppertal. Auch wenn dort nur selten Erdbeben größerer Stärke vorkommen entsteht dort in Rekordzeit ein Haus, dem dies nur wenig ausmachen würde. Damit das ganze auch wirklich in nur acht Tagen fertig wird, fungiert der jahrgangsbeste Absolvent der Wuppertaler Bauingenieure, Alireza Eghdam als Bauleiter. Eghdam stammt passenderweise selbst aus dem Iran. Zur Seite stehen ihm 70 iranische Studentinnen und Studenten aus Isfahan, die alle kräftig mit anpacken.

Die Bevölkerung im Iran wächst stark, Wohnraum ist sehr knapp – sicherer und erschwinglicher Wohnraum erst recht. Denn der Iran ist das Land mit dem weltweit höchsten Erdbebenrisiko. 70 Millionen Menschen leben hier zum Teil direkt auf den Verwerfungszonen. Hier soll das im Rahmen des DAAD-Projektes „Deutsch-Arabisch/Iranischer Hochschuldialog“ vom Auswärtigen Amt finanzierte Projekt ansetzen. Fachwerkhäuser überstehen aufgrund ihrer diagonalen Verstrebungen auch die besonders zerstörerischen horizontalen Erdstöße. Bei dem Wuppertaler Haus sind die Fachwerkbalken allerdings durch Stahl ersetzt, zum einen, weil dies noch mehr Stabilität bietet, zum anderen ist Holz im Iran als Baustoff sehr knapp.

Bauweise korruptionssicher

Dr. Hossein Khamkani zu Gast bei Prof. Dr.-Ing. Georg Pegels © Bergische Universität Wuppertal

Ein weiterer und für uns zunächst ungewöhnlicher Gedanke: Das von außen sichtbare Fachwerk hilft Korruption vorzubeugen, denn es ist sichtbar und kann so von den Besitzern leicht überprüft werden. Projektleiter und Initiator Prof. Dr.-Ing. Georg Pegels, der in Wuppertal Bauinformatik lehrt: „Diese Bauweise ist korruptionssicher! Und das ist ein Schlüsselkriterium in vielen Entwicklungsländern.“

Das Richtfest wird am Freitag, den 17. August um 11.30 Uhr gefeiert. Ein erneutes Richtfest gibt es nächstes Jahr, wenn das Musterhaus in Isfahan aufgebaut wird. Ab dem nächsten Jahr kommen dann auch jährlich 40 iranische Studierende nach Wuppertal um hier nach drei Jahren heimischen Studiums ihr Studium mit Projektseminaren und einer Bachelor-Arbeit in Deutschland abzuschließen.

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(Kirsten Achenbach, MARUM_Forschungszentrum Ozeanränder, Universität Bremen, 14.08.2007 – DLO)

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