Mildes Winterwetter sorgt eher für Regen statt geschlossener Schneedecke Keine weiße Weihnachten in diesem Jahr - scinexx | Das Wissensmagazin
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Mildes Winterwetter sorgt eher für Regen statt geschlossener Schneedecke

Keine weiße Weihnachten in diesem Jahr

Weiße Weihnacht? Nicht in diesem Jahr. Regenwetter macht die Feiertage 2014 eher grün als weiß. © freeimages

Schlechte Aussichten für eine weiße Weihnacht: Tief „Engel“ bringt mildes Wetter und wahrscheinlich vor allem Regen über die Feiertage. Selbst wenn einige Schneeflocken fallen sollten, werden diese im größten Teil Deutschlands kaum liegen bleiben. Das typische „Weihnachts-Tauwetter“ schlägt demnach auch in diesem Jahr zu. Allein für Orte im Gebirge geben Meteorologen eine Schneegarantie.

Jedes Jahr hoffen Menschen auf eine dichte Schneedecke über die Weihnachtsfeiertage. Die ersten Fragen, ob es eine weiße Weihnacht geben könnte, gehen beim Deutschen Wetterdienst (DWD) schon im Herbst ein – für eine genaue Vorhersage ist das jedoch viel zu früh. Das Wetter auf wissenschaftlicher Basis vorherzusagen, gelingt mit der heutigen Technik nur etwa eine Woche im Voraus, ein grober Trend ist auch für bis zu zehn Tage möglich.

Ein paar Schneeflocken reichen nicht

Ein paar Schneeflocken reichen für die weiße Weihnacht noch nicht aus: Meteorologen sprechen erst dann davon, wenn an wenigstens zwei der drei Feiertage eine geschlossene Schneedecke von einem Zentimeter Höher oder mehr liegt. Zuletzt war dies in weiten Teilen Deutschlands vor vier Jahren der Fall. Allerdings: Weiße Weihnachten treten hierzulande etwa alle sieben bis acht Jahre auf.

Das ist allerdings nur ein deutschlandweiter Mittelwert, in einzelnen Regionen weichen die Wahrscheinlichkeiten teilweise deutlich davon ab. Die Bewohner der Insel Helgoland etwa können nur etwa alle 50 Jahre Schnee zu Weihnachte erwarten. In München dagegen schneit es im Dezember häufiger und beschert alle zwei bis drei Jahre weiße Weihnachten.

Wahrscheinlichkeiten für Schnee an allen drei Weihnachtsfeiertagen in Deutschland, basierend auf Wetterdaten von 1951 bis 2008. © DWD

Das Weihnachts-Tauwetter vermasselt es

Das Problem: Damit es Weihnachten bei uns kalt ist und schneit, muss eine bestimmte Wetterlage über Europa zur richtigen Zeit entstehen. Günstig ist es, wenn Kaltluftmassen aus Russland oder dem hohen Norden nach Deutschland einströmen können. Das passiert beispielsweise bei einem Hoch über Russland oder über Schweden. Sie halten dann die mildere, feuchte Luft fern, die normalerweise von Westen her über Europa zieht. Solche kalten Wetterlagen können auch schon Anfang Dezember einen Kälteeinbruch bringen, im Januar und Februar sorgen sie sogar häufig für klirrende Kälte.

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Dummerweise aber gibt es ausgerechnet an Weihnachten diese günstigen Wetterlagen besonders selten. Schuld daran ist das sogenannte Weihnachts-Tauwetter. Immer etwa Mitte Dezember bildet sich ein starkes Tiefdruckgebiet über Island und treibt wärmere Luft nach Europa. Die schneebringenden Kaltluftmassen aus dem Osten können Deutschland dann nicht mehr erreichen.

Weihnachten 2014: Eher grün als weiß

Für dieses Jahr scheint leider wieder ein solches Tauwetter anzustehen: Meteorologen erwarten eher grüne als weiße Weihnacht, das Winterwetter ist regnerisch statt verschneit: Zwischen dem Tiefdruckgebiet „Engel“ bei Island und einem ausgeprägten Azorenhoch herrsche eine kräftige westliche Strömung, die weiterhin verhältnismäßig milde Luftmassen nach Deutschland lenke, so Meteorologin Petra Gebauer von der Freien Universität Berlin (FU): „Diese milde Luft führt zwar viel Feuchtigkeit mit sich, der Niederschlag wird in tiefen Lagen aber überwiegend als Regen fallen, weil Frosttemperaturen dort nicht erreicht werden.“

Zwar könnten im Norden und Osten Deutschlands ein paar Schneeflocken fallen. Der Boden ist jedoch noch zu warm, als dass der Schnee auch liegen bleiben könnte. Aussichten auf eine echte Schneedecke gibt es allein für bergige Regionen. Wer eine Schneegarantie an den Weihnachtsfeiertagen möchte, der muss sich in die höchsten Regionen des Bayerischen Waldes oder in die Hochlagen der Alpen begeben, empfiehlt der DWD.

(DWD / FU Berlin, 19.12.2014 – AKR)

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