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Einschlagskrater in Spanien entdeckt

Vier-Kilometer-Krater könnte bei Einschlag vor acht Millionen Jahren entstanden sein

Krater
In der Provinz Almeria im Süden Spaniens haben Geologen diesen im Untergrund verborgenen Einschlagskrater aufgvespürt.© Sánchez-Garrido et al. Basemap: Instituto Geográfico Nacional (IGN), CC-by 4.0

Verborgenes Einschlags-Relikt: Im Südosten Spaniens könnten Geologen einen unter Sediment verborgenen Einschlagskrater entdeckt haben. Geschocktes Gestein und Trümmer im Untergrund markieren einen vier Kilometer großen Krater, der von einem äußeren, 22 Kilometer großen Trümmerring umgeben ist. Urheber dieses Kraters ist wahrscheinlich ein Asteroideneinschlag vor rund acht Millionen Jahren. Sollte sich dies bestätigen, könnte dies der erste eindeutige Einschlagskrater der Iberischen Halbinsel sein.

Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Erde immer wieder von Meteoriten getroffen. Anders als beim Mond sind die meisten Zeugnisse dieser Einschläge aber längst von Erosion und Sedimentablagerungen ausgelöscht. Deshalb sind weltweit bisher nur rund 200 Impaktkrater bekannt, einige wenige auch in Europa, darunter das Nördlinger Ries oder der Siljan-Krater in Schweden.

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Querschnitt des Kraters und seiner Deckschichten. © Sánchez-Garrido et al. 2022

Trümmerbrocken und geschockter Quarz

Jetzt könnten Geologen um Juan Sánchez Garrido von der Universität von Almeria einen weiteren europäischen Einschlagskrater aufgespürt haben. Er liegt im sogenannten Tabernas-Becken im Südosten Spaniens unter einer dicken Sedimentschicht verborgen. „Die Becken von Alhabia und Tabernas sind mit fünf bis 23 Millionen Jahre alten Ablagerungen aufgefüllt, aber die Erosion hat Teile der darunterliegenden Schichten freigelegt und uns so die Chance zur Untersuchung gegeben“, sagt Sánchez Garrido.

Unter den Sedimenten entdeckten die Forschenden eine 70 Meter dicke Schicht aus großen, durcheinandergewürfelten Trümmerbrocken. „Sie besteht aus bis zu einem Dutzend Meter großen, gegeneinander verdrehten Megablocks, die oft von metergroßer Brecchia umgeben sind“, berichten sie. Nähere Analysen enthüllten deutliche Anzeichen für Deformationen in diesem Trümmergestein. Dünnschliffe von Quarzkörnchen zeigten zudem mögliche Indizien auf eine Schockdeformation – Veränderungen der Kristallstruktur, wie sie durch hohen Druck von zehn bis 30 Gigapascal entstehen.

Einschlag vor acht Millionen Jahren

Nach Ansicht der Geologen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass unter den Sedimenten des Tabernas-Beckens ein rund vier Kilometer großer Einschlagskrater verborgen liegt. Er ist von einem größeren, rund 22 Kilometer weiten Sekundärkrater umgeben, der nach dem Einschlag durch den Kollaps umgebender Gesteinsschichten entstanden ist, wie das Team erklärt. Dies könnte dafür sprechen, dass diese Gegend zum Zeitpunkt des Meteoriteneinschlags von einem flachen Gewässer bedeckt war.

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Wie groß der Meteorit war, der im Tabernas-Becken einschlug, und wann genau dies geschah, ist noch nicht geklärt. Die Geologen vermuten aber anhand ihrer Datierung der Gesteinsschichten, dass der Impakt vor rund acht Millionen Jahren stattgefunden hat. „Wenn die Entdeckung dieses Kraters bestätigt wird, wäre das in wissenschaftlicher Hinsicht sehr spannend – und für die Provinz Almeria eine Attraktion mehr“, sagt Sánchez Garrido. (Europlanet Science Congress 2022; doi: 10.5194/epsc2022-217)

Quelle: Europlanet Media Centre

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