Zwei Hirnregionen entscheiden, wohin wir schauen „Tandem“ im Gehirn lenkt Blicke - scinexx | Das Wissensmagazin
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Zwei Hirnregionen entscheiden, wohin wir schauen

„Tandem“ im Gehirn lenkt Blicke

Wenn Ihnen jemand direkt gegenüber steht – wohin schauen Sie dann? In die Augen? Ausweichend zur Seite oder nach unten? Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, welche Gehirnregionen unsere Blicke lenken, insbesondere dann, wenn wir uns zwischen mehreren Möglichkeiten entscheiden müssen.

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Nach einer Studie von Forschern des Imperial College of London und des University College on London sind unterschiedliche Bereiche des Gehirns aktiv, wenn wir frei auswählen, wohin wir schauen und wenn wir unsere Meinung ändern, spontan in eine andere Richtung blicken sollen oder müssen. In einem Experiment wurden Freiwillige gebeten, ihre Augen frei wandern zu lassen, während ihre Gehirnaktivität mithilfe eines Magnetresonanztomographen (MRT) erfasst wurde. Dann sollten sie auf Kommando die Blickrichtung wechseln.

Anhand der MRT-Aufnahmen konnten die Forscher um Masud Husain feststellen, dass zwei deutlich getrennte Gehirnregionen in den beiden Phasen des Versuchs aktiv waren: Die eine „feuerte“, wenn die Probanden die freie Wahl hatten, die andere wurde dagegen erst dann aktiv, wenn es einen Konflikt zwischen dem ursprünglichen Plan und den neuen Anweisungen gab, wenn eine Alternative gesucht werden musste.

“Diese Untersuchung hat die Gehirnregionen gezeigt, die entscheiden wohin wir blicken. Manchmal ist diese Entscheidung aber nicht so einfach: Schaue ich meinem Chef direkt in die Augen oder blicke ich doch lieber weg?“, erklärt Masud Husain. „Selbst wenn ich ihm in die Augen blicke, habe ich vielleicht Zweifel und entscheide mich doch noch einmal um – bevor es zu spät ist. Und genau hier kommen unterschiedliche Gehirnbereiche zum Zuge, abhängig davon, ob wir die Augenbewegung völlig frei entscheiden, oder ob es sich um eine schwierige Wahl zwischen einander widersprechenden Alternativen ist.“

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Die Wissenschaftler glauben, dass diese Entdeckung auch erklären könnte, warum Menschen mit Schäden im mittleren frontalen Kortex oft unfähig erscheinen, Aktionen aus eigenem, freiem Antrieb zu initiieren oder sich zwischen alternativen Handlungen zu entscheiden.

(Imperial College of London, 26.01.2005 – NPO)

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