Erneut weisen Tests Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees nach Giftige Pflanzenstoffe im Pfefferminztee - scinexx | Das Wissensmagazin
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Erneut weisen Tests Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees nach

Giftige Pflanzenstoffe im Pfefferminztee

Einige Kräutertees enthalten erhöhte Mengen von giftigen Pyrrolizidinalkaloiden. © Andrzej Gdula / freeimages

Jetzt auch in Pfefferminztee: Erneut haben Tests giftige Pflanzenstoffe in Kräutertees nachgewiesen. In vier von sechs Tees wurden erhöhte Werte von Pyrrolizidinalkaloiden entdeckt – Stoffen, die auf lange Sicht zu Leberschädigungen und Leberkrebs führen können. In einigen Proben lagen die Konzentrationen dieser Pflanzenstoffe über den empfohlenen Höchsteinnahmemengen, wie der NDR berichtet.

Kräutertees aus Pfefferminze, Kamille oder anderen Pflanzen gelten als gesund und werden daher häufig auch Kindern zum Trinken gegeben. Doch diese vermeintlich bekömmlichen Hausmittel können auch giftige Pflanzeninhaltsstoffe enthalten, wie sich schon in den letzten Jahren mehrfach zeigte. So warnte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), bereits 2013 vor Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees, 2014 wiesen Tests dieses Pflanzengift in Kamillentees nach, kurz darauf fanden Forscher die Alkaloide auch in Bio-Kräutertees für Kinder.

Verunreinigungen durch Fremdkräuter

Pyrrolizidinalkaloide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die viele Pflanzen weltweit zum Schutz vor Fraßfeinden bilden. Meist stammen diese Alkaloide nicht aus den Teekräutern selbst, sondern gelangen durch Verunreinigungen mit anderen Pflanzen, darunter dem Jakobskreuzkraut, in die Teezubereitungen. In Tierversuchen haben sich einige dieser Alkaloide bereits als krebserregend erwiesen. In hoher Dosierung können sie auch zu akuten Leberschädigungen führen.

Verunreinigungen mit dem Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) bringen die Alkaloide in die Tees. © Gary Houston / gemeinfrei

Sowohl das BfR als auch die Weltgesundheitsorganisation WHO warnen vor möglichen Langzeitfolgen durch Pyrrolizidinalkaloide, die über längere Zeiträume aufgenommen werden. Denn diese Stoffe werden in der Leber angereichert. Dennoch gibt es bisher für Pyrrolizidinalkaloide keinen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat jedoch eine Höchstaufnahmemenge errechnet. Diese liegt für einen Erwachsenen bei 0,42 Mikrogramm pro Tag.

Hohe Werte bei Rewe und Edeka

In den aktuellen Tests wurden sechs verschiedenen Pfefferminztees und Kräutertees im Auftrag des NDR-Magazins „Markt“ untersucht. Das Ergebnis: Bei einem Pfefferminztee der Rewe-Eigenmarke ermittelte das Labor eine Alkaloid-Menge von 0,67 Mikrogramm pro Tasse – das liegt über der empfohlenen Höchsteinnahmemenge. Das Unternehmen teilte dem NDR auf Anfrage mit, dass es bereits umfangreiche Maßnahmen zur Minimierung der Gehalte durchführe.

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Ein Kräutertee der Edeka-Eigenmarke enthielt 0,36 Mikrogramm pro Tasse und liegt dabei noch knapp unter der BfR empfohlenen Höchstaufnahmemenge. Doch schon mit zwei Tassen dieses Tees wird die Marke überschritten. Edeka weist darauf hin, dass es keinen gesetzlich festgelegten Grenzwert gebe. Dennoch wolle das Unternehmen mit seinem Lieferanten ein Minimierungskonzept umsetzen.

Teesorte lieber häufiger wechseln

Deutlich weniger Pyrrolizidinalkaloide fanden die Tester im Pfefferminztee von Aldi und im Kräutertee des Herstellers Meßmer. Der Tee von Aldi enthielt nur 0,02 Mikrogramm des Alkaloids pro Tasse, das Produkt von Meßmer 0,005 Mikrogramm. Beide Unternehmen teilten mit, dass sie Maßnahmen ergriffen hätten, um den PA-Gehalt zu verringern. Nur im Pfefferminztee von Teekanne und im Kräutertee Lord Nelson von Lidl war kein Pflanzengift nachweisbar.

Generell raten die Experten des BfR allen Teetrinkern, Marken und Geschmacksrichtungen häufiger zu wechseln. Das hilft, einseitigen Belastungen mit verschiedenen potenziell gesundheitsgefährdenden Stoffen vorzubeugen. Eltern wird zudem empfohlen, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees und Tee anzubieten. Auch Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren.

(NDR, 11.01.2016 – NPO)

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