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Ein Weihnachtsengel auf dem Mars

Geologische Prozesse am Mars-Südpol haben Engel und Herz freigelegt

Engel
Engel und Herz am Mars-Südpol. © ESA/DLR/FU Berlin, CC-by-sa 3.0 IGO

Sogar der Rote Planet scheint in Weihnachtsstimmung zu sein: Dieser Engel mit Herz grüßt zurzeit von einen Dünenfeld nahe dem Mars-Südpol. Eine Kombination aus verdampfendem Eis, zwei Einschlagskratern und einigen Klippen lässt hier die dunkleren Staubschichten hervortreten und erschafft so dieses weihnachtliche Motiv.

Der Südpol des Mars ist von einer eineinhalb Kilometer dicken Kappe aus Eis und Staub bedeckt. In ihr bilden Wassereis, gefrorenes Kohlendioxid und der typische dunkelrote Marsstaub wechselnde Schichten. Im marsianischen Südsommer verdampft ein Teil des CO2-Eises und diese Sublimation kann die darunter liegenden Schichten teilweise freilegen. Aber auch Einschläge von Meteoriten, Lawinen oder einfach ein steiler Felsabhang können die Oberfläche der Eiskappe verändern.

Diese Aufnahme der ESA-Raumsonde Mars Express zeigt eine besonders weihnachtliche Struktur am Rand der marsianischen Südpol-Kappe. Zu sehen ist ein dunkler Engel mit ausgestreckten Flügeln, neben ihm ein ebenfalls dunkel gefärbtes Herz – fast scheint es, als hätte jemand diese Figuren auf die hellere Oberfläche dieser polaren Dünen gemalt.

Krater, Sublimation und Windhosen

Doch Engel und Herz haben ganz natürliche Ursachen. Der nach links reichende „Arm“ des Engels wird von einer großen Sublimationsgrube gebildet – einer Zone, in der verdampfendes Eis den dunkleren Grund freigelegt hat. Kopf und Heiligenschein des Engels werden dagegen von einem Einschlagskrater und seinem erhöhten Kraterwall geformt.

Der Flügel des Engels und das dunkle Herz werden durch tieferliegende, stärker erodierte Gebiete gebildet, in denen ebenfalls die hellere Deckschicht fehlt. Sie könnten auch deshalb jetzt freiliegen, weil am Mars-Südpol zurzeit Sommer herrscht und besonders viel Eis verdampft und getaut ist. Der Bereich vor dem Arm des Engels ist zudem von Windhosen aufgewühlt, so dass dort in Teilen ebenfalls die dunkleren Schichten hindurchschimmern.

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Quelle: European Space Agency ESA

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