Wenn der Kühlschrank mit der Waschmaschine... - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Wenn der Kühlschrank mit der Waschmaschine…

Netz-Kauderwelsch im Eigenheim?

Obwohl viele „intelligente“ Geräte und vernetzte Systeme bereits existieren und theoretisch schon einsetzbar wären, wächst der Markt für diese Produkte nur langsam. Einen Grund sieht MIT-Forscher Ken Larson in der vielfach nicht geklärten Kompatibilität der einzelnen Systeme und Produkte: Passt die „intelligente“ Spülmaschine von Siemens zum Steuersystem von Cisco oder der „mitdenkenden“ Klimaanlage von Firma XY?

General Electrics hat seine Produktlinie mit vernetzten Haushaltsgeräten zwischenzeitlich auf Eis gelegt, weil das Unternehmen nicht sicher ist, ob die Verbraucher sie überhaupt kaufen wollen. „Sie sind offenbar nicht bereit, für alle Konzepte die wir und die Industrie allgemein entwickelt haben, zu zahlen“, sagt auch Terry Dunn, Leiter der Kommunikationsabteilung von General Electrics.

Kompatibilität als Problemfall

Eine Marktforschung zu einem vernetzten Kühlschrank, Mikrowellenherd und Herd im Jahr 2000 zeigte, dass bei den Verbrauchern tatsächlich Misstrauen gegenüber der Kompatibilität der einzelnen Geräte im Vordergrund stand.

Kabelsalat am Haus-Server © InHaus Duisburg

Tatsächlich ist dieses Misstrauen zumindest bisher durchaus begründet. Noch immer existieren zahlreiche Systeme und Standards nebeneinander. In einer groß angelegten Studie über „Integrierte Gebäudesysteme – Technologien, Sicherheit und Märkte“ hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BIS) gemeinsam mit der TU München und der Ludwig-Maximilians Universität München im Jahr 2002 ein eher ernüchterndes Fazit der Lage gezogen.

Sie konstatieren: „Es stellt sich heraus, dass in diesem Umfeld weder der Markt eine klare Richtung bezüglich der Durchsetzung von IGS vorgibt, noch seitens der Hersteller solcher Systeme bekannt ist, wie sich der Markt entwickeln wird.“ Weiter heißt es: „Ein Großteil der Hersteller von Geräten und Hausinstallationen warten auf einen Standard zur Vernetzung, bevor Geräte und Anwendungen entwickelt werden.“ Kein Wunder also, dass bis heute vorwiegend Insellösungen und nur wenige marktreife Produkte existieren.

Anzeige

Standards gesucht

In den USA versucht die „Association of Home Appliance Manufacturers“ inzwischen eine Vereinheitlichung der Systeme durchzusetzen. Ähnliches wollte auch das „Europäische Installationsbus“ (EIB) erreichen. Doch dieser Anspruch scheiterte bereits bei den bisher in Deutschland realisierten Pilotprojekten: Nur ein Teil von ihnen nutzt dieses Vernetzungssystem, ein freier Austausch von Komponenten oder Geräten wäre demnach hier nicht ohne weiteres möglich.

Und was zwischen Sensoren und Haushaltsgeräten wie Waschmaschine oder Kühlschrank bisher nur eingeschränkt funktioniert, ist im Bereich der Unterhaltungselektronik noch in weiter Ferne. Eine gemeinsame “Sprache“ von Computern, Fernsehern, Druckern, Stereoanlagen, Handys, DVD-Playern und anderen Produkten existiert nicht. Doch inzwischen hat die Unterhaltungselektronikbranche reagiert: Im Sommer 2003 gründeten 17 führende Hersteller die „digital Home Working Group“ mit dem Ziel, eine gemeinsame Plattform für solche vernetzten Anwendungen zu schaffen.

„Theoretisch sind viele dieser Anwendungen heute schon möglich, aber in der Praxis ist der Weg dahin noch weit“, erklärte Intel-Produktmarketing-Manager Andreas Dott. „Das Ziel der DWHG ist es, gemeinsame Standards zu schaffen, damit die Kommunikationsprobleme zwischen den verschiedenen Geräten irgendwann der Vergangenheit angehören. Dann könnten beispielsweise der Fernseher und die Stereoanlage problemlos verstehen, was der PC an sie sendet.“

Ein Jahr später, im Sommer 2004, trug die Initiative bereits erste Früchte: Die Hersteller einigten sich auf „Interoperability Guidelines v1.0“, die zunächst die Formate definieren, die von allen Geräten bei Bild-, Audio- und Videoübertragungen erkannt werden sollen. Intelligente Fernbedienungen, Handys werden im nächsten Schritt mit einbezogen. Die ersten, nach diesen Richtlinien erstellten Produkte will die inzwischen zur „Digital Living Network Alliance“ (DLNA) umbenannte Industrie-Vereinigung innerhalb der nächsten zwölf Monate auf den Markt bringen.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. 10
  22. |
  23. 11
  24. |
  25. 12
  26. |
  27. weiter


Stand: 11.02.2005

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Wohnen der Zukunft
Was können die Häuser von morgen?

Überblick
Das Wichtigste in Kürze

Nicht nur für Bill Gates...
"Intelligente" Häuser sind im Kommen

Innovation durch Vernetzung
Wie intelligent sind die Häuser der Zukunft?

Wenn der Kühlschrank mit der Waschmaschine...
Netz-Kauderwelsch im Eigenheim?

Wenn das Haus mitdenkt...
...ein Rundgang durch ein intelligentes Haus

Wie lebt es sich in einem intelligenten Haus?
Das inHaus-Projekt in Duisburg

„Big Brother“ für Senioren
Smarter Wohnen im Alter

Intelligenter Roboter zieht ins „smarte“ Haus
Test für Haushaltsroboter „Care-O-bot® II“

Zwischen Orwell und Entmündigung
Die Frage der Akzeptanz….

„Digitale Feuerstelle“ und maßgeschneiderte Wände
Die Inneneinrichtung der Zukunft

Zukunftshäuser gestern
Die Visionen und Prototypen der Vergangenheit

Diaschauen zum Thema

keine Diaschauen verknüpft

News zum Thema

keine News verknüpft

Dossiers zum Thema

Anzeige
Anzeige