Das erste Radio - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Das erste Radio

Tesla, Marconi und ein Morse-"S"

Teslas Erfindung des Resonanz-Transformators wird zur Grundlage für einen weiteren Meilenstein der modernen Technik: das Radio und die drahtlose Kommunikation. Denn erst seine Resonanz-Schaltkreise ermöglichen es, elektromagnetische Wellen gezielt so manipulieren, dass ein Signal mit enger, frei justierbarer Frequenz entsteht. Damit schafft Tesla die Voraussetzung für eine effektive Funk-Kommunikation und die Senderwahl der Radios.

Nikola Tesla bei einer seiner Vorführungen der drahtlosen Energieübertragung. © historisch

Bereits 1893 führt Tesla ein solches System öffentlich vor. Ein Tesla-Transformer ist dabei mit einer Antenne verbunden und erzeugt Radiowellen. Diese werden drahtlos quer durch den Raum zur Antenne eines Empfängers übertragen. In diesem sitzt ein weiterer Resonanz-Transformator, der die Radiowellen in eine Frequenz umwandelt, die eine Gasentladungslampe zum Leuchten bringt.

Marconi triumphiert

Im Prinzip hat Tesla damit die weltweit erste Radioübertragung demonstriert. Doch für ihn liegt das Potenzial seiner Erfindung nicht in der drahtlosen Kommunikation. Er sieht darin primär einen Weg, um drahtlos Energie zu übertragen – eine folgenschwere Fehleinschätzung. 1897 reicht Tesla für diese Vier-Schaltkreis-Technik ein Patent ein, das im Jahr 1900 erteilt wird. Tesla kommt damit dem bis heute als „Vater des Radios“ gefeierten Guglielmo Marconi um mehrere Jahre zuvor.

Guglielmo Marconi im Jahr 1901 mit einem seiner frühen Radiosender (rechts) und Empfänger. © Historisch/ LIFE magazine

Doch das hilft Tesla wenig. Der geschäftstüchtige Marconi nutzt Teslas Transformator-Technik zwar in seinen Funkanlagen, verkauft sie aber als eigene Erfindung und reicht im April 1900 sogar ein Patent dafür ein. Das Patentamt lehnt dieses mit Verweis auf Teslas Patente zwar zunächst ab, ändert aber wenige Jahre später seine Meinung: Marconi bekommt 1904 das Patent für das erste Radio – zu Unrecht, wie heute klar ist.

Am 12.Dezember 1901 feiert Marconi seinen großen Triumph: Zum ersten Mal schickt er eine Radiobotschaft quer über den Atlantik. Er sendet per Morsecode den Buchstaben „S“ von einer Sendeanlage im britischen Cornwall bis nach Nordamerika. Wenig später folgt das erste längere Telegramm. Damit ist Marconi der Ruhm sicher. 1909 erhält er sogar den Nobelpreis. Tesla dagegen geht leer aus.

Anzeige

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. 7
  16. |
  17. 8
  18. |
  19. 9
  20. |
  21. weiter

Ndja Podbregar
Stand: 27.10.2017

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Nikola Tesla
Visionärer Erfinder und verkanntes Genie

Rotierende Felder
Teslas erste bahnbrechende Erfindung

Der Stromkrieg
Gleichstrom oder Wechselstrom?

Die Tesla-Spule
Ein Transformator revolutioniert die Elektrotechnik

Das erste Radio
Tesla, Marconi und ein Morse-"S"

"Magier" des Lichts
Tesla und seine "Wunderlampen"

Bewegt wie von Geisterhand
Das erste ferngesteuerte Boot der Welt

Der Traum von der drahtlosen Energie
Teslas "World Wireless System"

Verkanntes Genie
Warum Teslas Erbe fast vergessen ist

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Elektroautos: schnelles Laden ohne Kabel
Magnetspule lädt Fahrzeuge schnell und berührungslos, Testlauf im Juni 2011

Strom ohne Kabel
Physiker stellt mögliche Lösung für drahtlosen Energietransfer vor

Dossiers zum Thema

Anzeige
Anzeige