Anzeige

Auf dem Weg zur Fertigungsdemokratie

Wie wirkt sich der Trend auf Gesellschaft und Umwelt aus?

Der 3D-Druck krempelt schon heute viele Bereiche des Lebens um. Die Technologie verändert die Logik der Produktion und eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten. Doch wie wird sich der Trend in Zukunft fortsetzen? Und welchen Einfluss hat das auf unsere Gesellschaft?

Experten sprechen bereits von der nächsten industriellen Revolution. Sie glauben: Der 3D-Druck wird die Arbeitsteilung in unserer globalisierten Wirtschaft fundamental umwälzen. Die Technologie könnte in Zukunft nicht nur viel Personal überflüssig machen. Sie könnte die Produktion auch dorthin verlagern, wo der Endverbraucher ist. Güter ließen sich dann so kostengünstig vor Ort drucken, dass Billigproduzenten in Ländern wie China und exportorientierte Staaten wie Deutschland das Nachsehen haben.

Jeder wird zum Produzenten

Doch damit nicht genug: Womöglich drucken wir Verbraucher in Zukunft immer öfter selbst, was wir gerade brauchen. Der Kunde wird damit zum Produzenten. Schon heute lassen sich mit 3D-Druckern für den Heimbedarf allerlei praktische Dinge in den eigenen vier Wänden herstellen – von Dübeln, über Spielfiguren bis hin zu Ersatzteilen fürs Fahrrad.

Bislang ist das nur etwas für Liebhaber, weil die Verfahren weder kostengünstiger, noch schneller sind als der Gang zum Baumarkt, Kaufhaus oder Supermarkt – ganz im Gegenteil. Sobald sich das aber ändert, könnte sich unsere Gesellschaft zu einer Fertigungsdemokratie entwickeln, prognostizieren Fachleute.

Wer ständig Neues ausdrucken kann, produziert womöglich auch mehr Müll. © Pixabay

Fragliches Umweltpotenzial

Der Vorteil: Diese Art der Herstellung spart Material und Ressourcen, sie reduziert Lagerhaltungs-, Transportkosten und Verpackungen. Davon könnte langfristig auch die Umwelt profitieren. Doch wie nachhaltig die Produktion künftig wirklich ist, hängt von vielen Faktoren ab. „Bei der Bewertung des Umweltpotenzials für den Klima- und Ressourcenschutz sind noch viele Fragen offen“, betonten Forscher des Öko-Instituts noch vor knapp zwei Jahren.

Anzeige

Werden bestimmte Rohstoffe für die Verfahren zum Beispiel verstärkt gebraucht? Wie viel Energie verbraucht die Herstellung der Ausgangsmaterialien für den Druck? Womöglich mehr als durch wegfallende Transportkosten eingespart wird? Und produzieren wir in Zukunft mehr Müll? Kritiker befürchten: Wir könnten Produkte kürzer nutzen und eher wegwerfen, wenn wir sie problemlos immer wieder neu „ausdrucken“ können.

  1. zurück
  2. |
  3. 1
  4. |
  5. 2
  6. |
  7. 3
  8. |
  9. 4
  10. |
  11. 5
  12. |
  13. 6
  14. |
  15. weiter

Daniela Albat
Stand: 10.02.2017

Anzeige

In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

3D-Druck
Eine Trendtechnologie verändert die Produktion

Schicht für Schicht - und immer anders
3D-Druckverfahren im Vergleich

Industrielle Fertigung wie gedruckt
Rapid Manufacturing auf dem Vormarsch

Gebäude aus dem 3D-Drucker
Wie die neue Technik den Hausbau revolutioniert

Organe auf Knopfdruck?
3D-Druck in der Medizin

Auf dem Weg zur Fertigungsdemokratie
Wie wirkt sich der Trend auf Gesellschaft und Umwelt aus?

Diaschauen zum Thema

News zum Thema

Menschliche Haut aus dem 3D-Drucker
Spezialdrucker erzeugt erstmals mehrschichtige Haut aus Zellen und Molekülen

Magnete aus dem 3D-Drucker
Verfahren ermöglicht Produktion von Magneten mit speziellen Formen und Eigenschaften

Smartphones belauschen 3D-Drucker
Strahlung und Schall vom 3D-Drucker erlauben einfaches Stehlen von Betriebsgeheimnissen

Essen aus dem 3D-Drucker
Fertigungsgerät "druckt" Desserts, Brotaufstriche und Co

Beinahe Unmögliches aus dem 3D-Drucker
Software entwirft automatisch passendes Innenleben für 3D-Objekte

Smartphone als 3D-Scanner
Algorithmus umgeht teure Hardware und berechnet 3D-Modelle aus Teilaufnahmen

3D-Drucker: Hype oder Chance?
Forscher haben Vor- und Nachteile der neuen Fertigungstechnik genauer unter die Lupe genommen

Dossiers zum Thema