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Mittwoch, 18.10.2017
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Mehr Zwillinge durch Umweltverschmutzung?

Nahezu Verdopplung der Mehrlingsgeburten

Eine verschmutzte Umwelt zieht offenbar nicht nur Gesundheitsschäden nach sich, sondern beeinflusst auch die Fruchtbarkeit – allerdings in unerwarteter Richtung: Eine Studie der Universität Hamburg hat ergeben, dass es bei Frauen, die in Gebieten mit starker Umweltbelastung leben, häufiger zu Zwillingsgeburten kommt als in saubereren Regionen.
Zwillinge

Zwillinge

Am stärksten war dieser Anstieg bei Frauen zu beobachten, die in der Nähe einer Giftmüllverbrennungsanlage lebten. Hier veroppelte sich der Anteil der Zeillingsgeburten sogar. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Occupational and Environmental Medicine veröffentlicht.

Das Team verglich die Geburtszahlen, die im Rheintal zwischen Mainz und Worms in der Nähe einer Verbrennungsanlage und einiger Industriestandorte lebten, mit jenen von Frauen, die in zwei anderen Regionen Deutschlands lebten. Als Vergleichsgebiet diente eine nicht industriell geprägte Region rund 20 Kilometer nördlich des Rheintals und aus dem Odenwald. Die Forscher zogen außerdem Daten von Geburtenraten aus einer hessischen Studie aus den Jahren 1994 bis 1997 hinzu.

Das Team um Nadia Obi-Osius bezog in ihre Untersuchungen auch mit ein, ob die Frauen sich einer künstlichen Befruchtung unterzogen hatten, da diese Behandlung die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt erhöhen kann. Das Ergebnis der Studie: Im belasteten Standort in Hessen brachten 5,2 Prozent der Frauen Zwillinge zur Welt. In der nördlichen Vergleichsregion waren es 1,6 Prozent und im Odenwald 2,3 Prozent. Künstliche Befruchtung führte zu keiner Erhöhung der Anteils der Zwilingsgeburten.


Warum die Umwelt einen solchen Effekt ausübt und wie, wissen die Forscher noch nicht. Frühere Studien waren allerdings bereits zu ähnlichen Ergebnissen gekommen: So ergab eine schottische Erhebung aus den 1980er Jahren ebenfalls eine Erhöhung der Zwillingshäufigkeit in der Umgebung von zwei Sondermüll-Verbrennungsanlagen.
(PTE/g-o.de, 26.05.2004 - NPO)
 
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