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Freitag, 10.02.2012
Tyrannosaurus rex jagte mit extrem guter Nase
Erste Erkenntnisse über den Geruchssinn fleischfressender Dinosaurier
Tyrannosaurus rex war nicht nur ein furchteinflößender Jäger, er hatte auch die beste Nase aller fleischfressenden Dinosaurier. Erstmals haben kanadische Forscher Erkenntnisse über Geruchssinn der Riesenechsen gewonnen und enthüllen den T.rex in der Fachzeitschrift „Proceedings of the Royal Society B“ als „Groß-Riechkolbenträger”.

Schädel des Tyrannosaurus rex
Schädel des Tyrannosaurus rex
© David Monniaux / GFDL Schädel des Tyrannosaurus rex
Obwohl Wissenschaftler inzwischen ein bisschen mehr über die Lebensweise der Dinosaurier wissen als noch vor einigen Jahrzehnten, sind längst nicht alle Geheimnisse der Riesenechsen enträtselt. So weiß man zwar von einigen Arten, was sie fraßen, wie sie sich bewegten oder wo sie lebten. Ob und wie gut sie aber riechen konnten, war beispielsweise bisher unbekannt. Jetzt jedoch haben Forscher der Universität von Calgary erstmals mehr über den Geruchssinn der Dinosaurier herausgefunden.

Darla Zelenitsky, Paläontologin an der Universität von Calgary und François Therrien, Kurator für Dinosaurierökologie am Royal Tyrrell Museum untersuchten die Größe des Riechkolbens verschiedener fleischfressender Dinosaurier, den so genannte Theropoden, indem sie die Ausbuchtungen für den Riechkolben an gefundenen Schädelknochen mittels eines Computertomographen scannten und vermaßen. Zusätzlich vermaßen sie auch Schädel des Urvogels Archaeopteryx.

Großer Riechkolben = Aasfresser?
„T. rex wurde zuvor beschuldigt, wegen seiner ausgeprägten Nase ein Aasfresser zu sein, doch das Riechorgan kann auch auf alternative Lebensweisen hin deuten, wie wir auch an heute lebenden Tieren sehen“, erklärt Zelenitsky. „Große Riechkolben gibt es in lebenden Vögeln und Säugetieren, die sich auf den Geruch verlassen um Fleisch zu finden, aber auch bei nachtaktiven Tieren und Tieren, die große Gebiete durchstreifen.“

Obwohl der König der fleischfressenden Dinosaurier sicher eine freie Aasmahlzeit an einem herumliegenden Kadaver nicht ausgelassen hätte, könnte er seinen guten Geruchssinn genauso gut dafür genutzt haben, nachts Beute zu jagen oder durch große Territorien zu navigieren um sein nächstes Opfer zu finden, so die Forscher.

Urvögel konnten gut riechen
Die Studie hat jedoch nicht nur neue Einblicke in die Biologie und das Verhalten des urzeitlichen Prädators gegeben, sie enthüllte auch Überraschendes über den Geruchssinn bei den modernen Vögeln: Denn im Gegensatz zu ihrem meist guten Sehsinn ist dieser eher unterentwickelt. Doch Therrien und Zelenitsky fanden heraus, dass der Urvogel Archaeopteryx noch einen relativ großen, dem der meisten theropoden Saurier vergleichbaren Riechkolben besaß. Ganz offensichtlich hatte er noch einen weitaus besseren Geruchssinn als seine heute lebenden Nachkommen.

„Unsere Ergebnisse belegen, dass der Geruchssinn in den frühen Vögeln dem der fleischfressenden Dinosaurier nicht unterlegen war“, so Therrien. „Obwohl vorher angenommen wurde, dass der Geruch bei den Vogelahnen weniger wichtig war als das Sehen, haben wir jetzt gezeigt, dass dem nicht so war.“ Offenbar ist der Geruchsinn erst im Laufe der Entwicklung der weiterentwickelten Vögel schwächer geworden.
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