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Samstag, 25.03.2017
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Auch Dinos erlebten Klimawandel

Meerestemperatur schwankte um bis zu sechs Grad

Auch die Dinosaurier erlebten einen drastischen Klimawandel: Wie jetzt Bohrproben vom Grund des Pazifik enthüllten, war das Klima während der Kreidezeit keineswegs gleichmäßig tropisch warm wie bisher angenommen. Stattdessen variierte die Oberflächentemperatur der Meere um bis zu sechs Grad, wie Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Geology berichten.
Dinosaurier

Dinosaurier

Im Rahmen des internationalen Tiefbohrprojekts (IODP) nahmen Geologen von der Indiana Universität Bloomington und dem Königlich-Niederländischen Institut für Meeresforschung an einer Expedition zum Shatsky Rise teil, einer untermeerischen Anhöhe rund 1.600 Kilometer östlich von Japan und 3.100 Meter unter der Meeresoberfläche gelegen. Diese geologische Formation bildete sich am Ende des Jura unmittelbar vor dem Beginn der Kreidezeit vor rund 120 Millionen Jahren. Die Forscher zogen Bohrproben aus dem Gestein aus dieser so genannten Aptischen Ära und analysierten den Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt in den organischen Anteilen der Proben.

Kohlenstoff verrät Schwankungen


Dabei entdeckten die Geochemiker Hinweise auf deutliche Veränderungen im Kohlenstoffkreislauf und in der Stickstofffixierung durch die marinen Lebensgemeinschaften – Hinweise, die gleichzeitig auf eine Veränderung des Klimas hindeuteten. Mithilfe eines speziellen Analysemethode, dem so genannten TEX86, konnten die Forscher die Temperaturentwicklung in der fraglichen Zeitperiode genauer bestimmen. Das Ergebnis: Die Durchschnittstemperatur der Meeresoberfläche schwankte zwischen 30 und 36 Grad Celsius mit zwei deutlichen Abkühlperioden, während derer die Temperaturen um vier Grad absanken.

ODP-Wissenschaftler bei der Untersuchung von Bohrporben

ODP-Wissenschaftler bei der Untersuchung von Bohrporben

Bereits zuvor hatte eine andere Studie auf ein variableres Klima in dieser Zeitperiode hingewiesen, gab aber keine Auskunft darüber, ob die aus dem Atlantik gewonnen Daten globale oder nur regionale Veränderungen widerspiegelten. „Wir hatten im Prinzip keine Daten aus der Mitte des größten Ozeans der Erde aus dieser Periode“, erklärt Simon Brassell von der Indiana Universität und Hauptautor der Studie. „Die Daten, die wir gesammelt haben, deuten auf signifikante globale Fluktuationen in den Temperaturen hin.“


Klimaprognose erschwert


Die Ergebnisse dieser Studie spielen auch für die Diskussion um den gegenwärtigen Klimawandel eine wichtige Rolle, so die Forscher. „Einer der Hauptherausforderungen für uns ist die Vorhersage der klimatischen Veränderungen“, so Brassell. „Wenn es große, systemeigene Fluktuationen gibt, wie die Paläoklimatischen Studien zeigen, dann macht es die Bestimmung der klimatischen Zukunft der Erde noch schwerer als es ohnehin schon ist. “
(Indiana University, 25.09.2006 - NPO)
 
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