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Donnerstag, 25.05.2017
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GEOTECHNOLOGIEN im Focus

Klimakiller CO2: Ab in den Untergrund?

CO2-Emissionen

CO2-Emissionen

Der Mensch setzt durch Verkehr, Industrie und andere Aktivitäten immer mehr Kohlendioxid frei - und heizt mit diesem Treibhausgas das irdische Klima immer weiter an. Doch trotz aller Klimaschutzbemühungen sind deutliche Reduktionen im CO2-Ausstoß bisher kaum erfolgt - und auch in Zukunft wahrscheinlich nur in Teilen durchsetzbar. Denn gerade die Industrieländer werden für ihre Energieversorgung in den nächsten Jahren noch immer stark auf fossile Brennstoffe angewiesen sein, weil erneuerbare Energien wie Sonne oder Wind nur einen Teil des gewaltigen Bedarfs decken können. Als Folge wird zunächst auch weiterhin Kohlendioxid freigesetzt - mit möglicherweise fatalen Folgen für das Klima. Was also tun?

"Vergraben" statt durch den Schornstein jagen


Ein möglicher Ausweg aus dieser Zwickmühle hat sich in den letzten Jahren herauskristallisiert: Das "Versenken" des Kohlendioxids im Untergrund. Nach dem Motto: "Wenn sich schon die Produktion des CO2 nicht vermeiden lässt, so doch zumindestens das Freisetzen des Treibhausgases in die Atmosphäre". Das beispielsweise bei der Erdgasförderung frei werdende CO2 wird dabei von den übrigen Gasen abgetrennt und in geeignete Lagerstätten tief unter der Erde gepumpt. Hier kann es - genügende Dichtigkeit und Stabilität des Untergrunds vorausgesetzt - theoretisch Tausende von Jahren ungestört lagern und ist damit erstmal "aus dem Weg geschafft".

Offene Fragen...


Aber noch sind besonders die Abtrennungsverfahren aufwendig und relativ teuer. Und auch viele Fragen sind noch nicht geklärt: Gibt es überhaupt genügend potenzielle "Stauräume" im Untergrund? Wie breitet sich das Kohlendioxid in der Tiefe aus? Welche Wechselwirkungen können eintreten? Noch sind längst nicht alle Antworten auf diese Fragen gefunden, doch erste Pilotprojekte unter anderem vor der Küste Norwegens zeigen vielversprechende Ergebnisse.

...aber viel Potenzial


Tiefbohrung

Tiefbohrung

So vielversprechend sogar, dass mittlerweile fast in der ganzen Welt vermehrt Anstrengungen unternommen werden, um Möglichkeiten und Verfahren der CO2-Abtrennung und -Lagerung im Untergrund zu erforschen. Die EU hat kürzlich beschlossen, ihren bisherigen Forschungsetat für diesen Bereich von 30 auf 200 Millionen Euro aufzustocken, und im Juni 2003 unterzeichneten die USA, die EU, Russland, Brasilien, Indien und China eine internationale Charta für das "Carbon Sequestration Leadership Forum", in dem sie sich zu verstärkter Forschung verpflichten.

Auch in Deutschland wird die Erforschung der Speichermöglichkeiten für CO2 in verschiedenen Untergrundgesteinen und die Entwicklung neuer Technologien für die Abtrennung und die Injektion des Kohlendioxids vorangetrieben. Vor allem das Forschungsprogramm GEOTECHNOLOGIEN mit seinem Themenschwerpunkt "Erkundung, Nutzen und Schutz des unterirdischen Raumes" bildet hier eine Plattform zur Bündelung der verschiedensten Forschungsaktivitäten. Derzeit läuft gerade eine Ausschreibung zu diesem Thema, Anträge auf Projektförderung können noch bis Ende Januar gestellt werden.

Welche Projekte zur Zeit laufen, wie die ersten Ergebnisse aussehen und was für die Zukunft noch geplant ist, darüber werden wir im Laufe der nächsten Wochen an dieser Stelle berichten.
(GEOTECHNOLOGIEN, Statoil, SACS, 08.01.2004 - NPO)
 
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