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Freitag, 20.01.2017
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Hormonmangel macht schwerhörig im Alter

Aldosteron reguliert Kaliumgehalt im Innenohr

Ob wir im Alter schwerhörig werden oder nicht, bestimmt unter anderem ein Hormon. Das haben jetzt amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Je höher der Gehalt des Botenstoffs Aldosteron im Blut, desto besser das Gehör. Das Hormon gilt als Regulator für mehrere Schlüsselsubstanzen im Gehirn.
Eintrittspforte für Schall: Das Ohr

Eintrittspforte für Schall: Das Ohr

Aldosteron ist ein Botenstoff, der einerseits die Nierenfunktion kontrolliert, andererseits aber die Konzentrationen von zwei entscheidenden Chemikalien des Nervensystems beeinflusst: Ohne Natrium und Kalium könnten Nerven keine Signale senden, denn deren unterschiedliche Verteilung zwischen innerem und äußeren Milieu der Zellen ermöglicht erst die Reizleitung. Eine entscheidende Rolle spielt die Kaliumkonzentrationen auch im Innenohr. Hier spielt eine Kaliumreiche Flüssigkeit die zentrale Rolle bei der Umwandlung von Schallwellen in Nervensignale.

Ein Wissenschaftlerteam vom internationalen Zentrum für Hör- und Sprachforschung an der Universität von Rochester hat jetzt den Zusammenhang zwischen Aldosterongehalt im Blut und dem Hörvermögen untersucht. Dafür unterzogen sich 47 Probanden beiderlei Geschlechts im Alter zwischen 58 und 84 einer ganzen Batterie von komplexen Hörtests. Gleichzeitig maßen die Forscher den Aldosterongehalt im Blut der Freiwilligen.

„Das Innenohr ist besondere empfindlich gegenüber jeder Störung der Kaliumgehalte“, erklärt Robert D. Frisina, Professor für Otolaryngologie an der Rochester Universität. „Wir wissen, dass die Kaliumgehalte im Innenohr im Alter abnehmen und dass diese fallenden Konzentrationen eine Rolle in der altersbedingten Schwerhörigkeit spielen. Wir wissen auch, dass die Konzentration von Aldosteron im Blut mit zunehmendem Alter abnimmt.“ Aber waren beide Phänomene auch ursächlich miteinander verknüpft? Genau das wollten die Wissenschaftler mit ihrem Versuch herausfinden.


Und tatsächlich: Die Ergebnisse zeigten, dass Probanden mit starker Schwerhörigkeit im Durchschnitt nur halb so viel Aldosteron im Blut hatten wie Versuchsteilnehmer mit normalem Gehör.

“Wir fanden einen direkte Verbindung zwischen den Blutkonzentrationen des Aldosterons und der Fähigkeit der Personen, auch im Alter noch normal zu hören”, so Frisina. „Ein Hormonmangel könnte sowohl das Innenohr als auch die Gehirnregion schädigen, die für das Hören zuständig sind. Aber um die genaue Rolle des Aldosterons zu verstehen, ist noch mehr Forschung nötig. Die Menschen sollten sich daher noch keine Rolle um ihre Aldosteronspiegel machen oder gar versuchen, diese künstlich zu erhöhen.”
(University of Rochester Medical Center, 13.02.2006 - NPO)
 
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