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Dienstag, 16.03.2010
Gen-Kartoffeln ohne böse Überraschungen
Vergleichsstudie findet keine unerwünschten Inhaltsstoffe
In der Diskussion über gentechnisch veränderte Lebensmittel wird häufig die Befürchtung geäußert, dass Pflanzen neben der erwünschten gentechnischen Veränderung auch andere neue, unerwünschte Inhaltsstoffe enthalten könnten. Jetzt haben Wissenschaftler dies am Beispiel gentechnisch veränderter Kartoffeln untersucht.

Genmanipulierte Kartoffeln
Genmanipulierte Kartoffeln
© BBA-IP Kleinmachnow
Forscher vom Potsdamer Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie zusammen mit Kollegen der Universität von Wales in Aberystwyth verglichen in einer Studie gentechnisch veränderte Kartoffeln der Sorte Desirée, die stark erhöhte Mengen des Mehrfachzuckers Inulin enthielten, mit fünf konventionellen Kartoffelsorten. Insgesamt wurden knapp 2.800 Kartoffelproben, die auf Versuchsfeldern der Biologischen Bundesanstalt für Forst- und Landwirtschaft angebaut wurden, untersucht.

Inulin ist ein Polysaccharid aus Fruchtzuckern, das in vielen Pflanzen wie Chicorée, Artischocken und Löwenzahn als Vorratsmolekül gebildet wird. Die normale Stärke ist dagegen aus Glucose aufgebaut. Zwei verschiedene Gene für die Bildung von inulinähnlichen Zuckern wurden in die Kartoffeln eingebaut, weil diese Mehrfachzucker, die als Ballaststoffe gelten, eine positive Wirkung auf die menschliche Darmflora haben und daher ein sehr erwünschter Nahrungsbestandteil sind.

Hauptergebnis der Studie: Die Inhaltsstoffe der Sorten Agria, Désirée, Granola, Linda und Solara weichen in einer überraschend großen Schwankungsbreite voneinander ab. Die gentechnisch veränderten Linien, die aus der Sorte Désirée gewonnen wurden, liegen in ihrer Zusammensetzung im gleichen Schwankungsbereich wie die fünf konventionellen Sorten. Ausnahme ist der höhere Gehalt an inulinähnlichen Polysacchariden. Neue, unerwartete Inhaltsstoffe konnten nicht festgestellt werden.
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