• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Freitag, 20.01.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Schwarzes Loch zerreißt Stern

Zerstörung konnte erstmalig direkt beobachtet werden

Forscher haben erstmals ein Schwarzes Loch direkt bei seiner „Mahlzeit“ beobachtet. Ein Stern vergleichbar unserer Sonne wurde durch dessen gigantische Anziehungskraft zerrissen. Diese Entdeckung liefert nach Angaben der NASA wichtige Informationen über das Wachsen Schwarzer Löcher und deren Einfluss auf Himmelskörper.
Schwarzes Loch zerstört einen Stern

Schwarzes Loch zerstört einen Stern

Wie häufig sind Schwarze Löcher in den Kernen von Galaxien? Welche Masse und welchen Drehimpuls haben sie? Haben sich Galaxien und Schwarze Löcher gleichzeitig gebildet ? Wie wachsen Schwarze Löcher zu ihrer teils enormen Masse von Millionen oder gar Milliarden Sonnenmassen? Die Beantwortung dieser Fragen ist von großer Wichtigkeit, will man die Entstehung und Entwicklung von Galaxien verstehen.

Mit Hilfe der Röntgen-Teleskope XMM-Newton von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und Chandra konnten die Forscher des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching nun erstmalig beobachten, wie ein Schwarzes Loch einen kleinen Teil eines Sterns zerstörte. Nach Angaben der NASA war die Beobachtung derartiger Phänomene bislang nur auf eine spezielle kleine Gruppen bestimmter "aktiver" Galaxien, so genannter "Quasare" beschränkt, die einen leuchtstarken Kern haben und von zentralen Schwarzen Löchern angetrieben werden. Die jetzige Beobachtung bestätigt eine zentrale Theorie zum Nachweis Schwarzer Löcher: Einzelne Sterne im Zentrum einer Galaxie, die einem Schwarzen Loch "zu nahe" kommen, werden durch die enormen Gravitationskräfte zerrissen und nach und nach von diesem "verschlungen".

Willkommener Zufall


Die jetzige Entdeckung in der unscheinbaren, normal wirkenden Galaxie RXJ1242-1119 sei ein Zufallstreffer, berichtete Eugen Hintsches von der Max-Planck-Gesellschaft: "Wir können das Schwarze Loch direkt bei seiner Mahlzeit beobachten." Der nun beobachtete Stern habe der enormen Dehnung nicht mehr standgehalten. Die Astronomen gehen davon aus, dass die Masse des Schwarzen Lochs in der Galaxie RXJ1242-11 100 Millionen Mal größer ist als die der Sonne. Der teilweise verschluckte Stern entsprach demnach in etwa der Größe der Sonne.


Dieses Ereignis sei seit langem in der Theorie vorhergesagt, aber nie bestätigt worden. Die Astronomen gehen davon aus, dass der Stern von einem anderen Himmelskörper aus der Bahn geworfen wurde und dem Schwarzen Loch zu nahe kam. Daraufhin sei der Stern von den enormen Gravitationskräften des Schwarzen Lochs regelrecht zerrissen worden.
(RP-Online / Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching, 19.02.2004 - AHE)
 
Printer IconShare Icon