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Sonntag, 26.03.2017
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Waldbrände: Prävention statt Bekämpfung?

Gezielte Forstbewirtschaftung könnte Brandauswirkungen reduzieren

Je „natürlicher“ ein Wald, umso besser hält er einem Feuer stand, so jedenfalls die Ansicht der Umweltorganisation WWF. Sie hat jetzt angesichts der aktuellen Waldbrände in Südeuropa und einer tragischen Feuersbrunst in Zentralspanien gefordert, dass die aufwändige und teilweise lebensgefährliche Brandbekämpfung mittelfristig durch Präventivmaßnahmen zum Schutz der Wälder ersetzt wird. Weitere Feuersbrünste mit verheerenden Auswirkungen könnten so möglicherweise vermieden werden.
Waldbrand

Waldbrand

Im Mittelmeerraum verbrennen jedes Jahr schätzungsweise rund 800.000 Hektar Wald - eine Fläche, die der Größe Korsikas oder Kretas entspricht. Fast alle Brände werden nach Einschätzung von WWF-Forstexpertin Nina Griesshammer direkt oder indirekt durch Menschen verursacht – sei es durch bewusst gelegte oder fahrlässig verursachte Feuer. Diese entstehen meist bei hochsommerlichen Temperaturen und Trockenheit durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel, Glasscherben oder Lagerfeuer. Allein in Spanien seien jedes Jahr schätzungsweise 160 Waldbrände auf Lagerfeuer zurückzuführen.

Nina Griesshammer: „Die verheerenden Auswirkungen der meisten Brände könnten gemildert werden, wenn die Wälder wieder in ihren natürlichen Zustand umgebaut würden. Je natürlicher ein Wald ist, umso weniger anfällig ist er für eine Feuersbrunst, wie wir sie in diesem Sommer in Südeuropa erleben.“ Statistiken belegen, dass die Intensität der Waldbrände in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist. Zwar gehören Waldbrände in vielen Regionen der Welt zum natürlichen Ablauf dazu. Doch überall dort, wo sie am falschen Ort, zur falschen Zeit, zu stark und zu häufig auftreten, stellen sie nach Ansicht des WWF eine ernsthafte Bedrohung für das gesamte Ökosystem Wald dar und verursachen Kosten in Milliardenhöhe.

Der WWF schlägt vor, möglichst den natürlichen Zustand aller Wälder zu bewahren und bei Wiederaufforstungen auf heimische Hölzer und Sträucher zu setzen. Diese seien wesentlich feuerfester und widerstandsfähiger als die zum Beispiel im Mittelmeerraum mittlerweile weit verbreiteten Eukalyptus-Monokulturen. Wo immer es möglich sei, sollte die Natur sich selbst regenerieren dürfen. Auch tote Bäume gehören nach Ansicht von Nina Griesshammer in jeden Wald. Sie tragen dazu bei, dass die Böden weniger austrocknen und sich ein Feuer nicht so schnell ausbreiten kann. „Nach dem Brand ist vor dem Brand“, warnt Nina Griesshammer. „Dass es in heißen Sommern brennt, lässt sich bei großer Hitze und Trockenheit kaum vermeiden. Aber die Forstwirtschaft und Regierungen können ganz sicher etwas tun, damit es nicht wieder zu solch schlimmen Ereignissen wie in diesem Sommer kommt.“
(WWF, 21.07.2005 - NPO)
 
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