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Dienstag, 26.09.2017
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Ultraschall nach Schlaganfall

Neue Therapie verspricht schnellere Heilung

Eine Kombinationstherapie aus Thrombolytika und Ultraschall kann ein Blutgerinnsel, einen so genannten Thrombus, bei einem Schlaganfall schneller auflösen, als Gerinnsel-auflösende Medikamente allein. Das belegen Ergebnisse einer Studie, die ein internationales Forscherteam in einer aktuellen Veröffentlichung im New England Journal of Medicine vorstellte.
Das menschliche Gehirn

Das menschliche Gehirn

Schlaganfälle entstehen in der Regel als Folge eines Verschlusses einer Hirnarterie durch ein Blutgerinnsel. Die bisher einzige effektive Therapie besteht in einer medikamentösen Auflösung dieser Gerinnsel mittels so genannter "Thrombolytika". Bei der neuartigen Beschallung der verschlossenen Arterie durch den Schädelknochen mit Ultraschall entsteht durch die Freisetzung von Energie im Thrombus möglicherweise eine Zertrümmerung. Hierdurch entsteht eine größere Angriffsfläche für das Medikament, so dass der Gefäßverschluss schneller wieder eröffnet wird. Die lebensnotwendige Hirndurchblutung im betroffenen Areal wird dadurch wieder hergestellt.

Kombinationstherapie wegweisend


"Das trägt zu einer rascheren Genesung der Patienten bei. Der kontinuierliche Einsatz von Ultraschall könnte in Zukunft die Therapie mit Thrombolytika ergänzen und die Heilungschancen nach einem Schlaganfall erhöhen", so Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). Denn je eher ein Arterienverschluss aufgelöst wird, desto mehr Hirngewebe kann gerettet werden. Gefahren scheinen von der Kombinationsbehandlung nicht auszugehen, insbesondere die Hirnblutungsrate war nicht erhöht. Normalerweise wird Ultraschall bei Schlaganfall-Patienten rein zu diagnostischen Zwecken eingesetzt, um die Gefäßverschlüsse zu lokalisieren. Angesichts der Daten aus der Pilotstudie sollte nun eine Phase II-Studie weitere Daten liefern, wie wirksam und sicher der Einsatz von Ultraschall bei der Therapie eines Schlaganfalls ist.

An der Studie nahmen 126 Schlaganfall-Patienten aus nordamerikanischen und europäischen Zentren teil. Die Forscher behandelten diese Patienten innerhalb der ersten drei Stunden nach dem Gefäßverschluss entweder mit einer Kombinationstherapie aus t-PA1 (Gewebe- Plasminogen-Aktivator) plus Ultraschall oder ausschließlich mit t-PA. Als Maß für den Erfolg der beiden Behandlungsarme wurden die Wiedereröffnung der Hirnarterien und die frühe klinische Besserung der Patienten gemessen.


Bei 49 Prozent der Patienten kam es zu einer frühen Rekanalisation bzw. erheblichen klinischen Besserung nach t-PA plus Ultraschall. Eine Behandlung mit der Thrombolyse alleine war dagegen nur bei 30 Prozent der Patienten erfolgreich. Löst sich das Blutgerinnsel nach einem Schlaganfall schnell wieder auf, begünstigt dies auch eine langfristige Genesung. Ein Eingriff in das Gerinnungsgleichgewicht des Bluts kann zu Hirnblutungen führen. Die zusätzliche Behandlung mit Ultraschall wirkte sich jedoch nicht auf die Anzahl von Blutungsereignissen im Gehirn aus: Sie lag mit 4,8 Prozent in beiden Gruppen gleich hoch.

Faktoren Zeit und Sauerstoff


Eine der wichtigsten Maßnahmen bei einem Schlaganfall ist es die lebensnotwendige Sauerstoff-Versorgung wichtiger Gehirnareale wiederherzustellen. Um das zu ermöglichen, erhalten Patienten möglichst frühzeitig ein Medikament zur Blutverdünnung. Dieses verschiebt das Gerinnungsgleichgewicht des Blutes und löst die Gerinnsel in den Blutgefäßen auf, so dass das Gewebe wieder mit Sauerstoff versorgt wird. Diese so genannte Thrombolyse (oder Lysetherapie) ist umso erfolgreicher, je früher sie durchgeführt wird: Am besten in den ersten drei bis sechs Stunden nach Auftreten der ersten Symptome.
(Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft, 04.05.2005 - AHE)
 
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