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Montag, 23.01.2017
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Klimaschutz statt Steinkohle?

Studie zeigt Maßnahmen zum Stromsparen auf

Schon mit der Hälfte der umstrittenen Subventionen für die Steinkohleförderung in Deutschland ließen sich durch innovative Maßnahmen zwölf Prozent des deutschen Stromverbrauchs einsparen. Das ist das Ergebnis einer neuen von Greenpeace in Auftrag gegebenen Studie des Öko-Instituts Freiburg.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Die Studie zeigt, wie sich mit den Steuergeldern Einsparpotenziale kostengünstig erschließen lassen. Allein in Haushalten würde der Austausch alter Geräte, wie Kühlschränke und Elektroherde, den Energieverbrauch um 40 bis 50 Prozent verringern. Ein umfassendes Sparprogramm würde auch den Klimaschutz voranbringen: Deutschland würde 35 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid erzeugen. Um das Kyoto-Ziel zu erreichen, müssten nur noch 17 Millionen Tonnen vermieden werden.

"Die Studie zeigt, wie sinnlos und verfehlt Steinkohlesubventionen sind", sagt Gabriela von Goerne, Klima-Expertin von Greenpeace. "Energieträger, die das Klima zerstören und unwirtschaftlich sind, dürfen nicht länger gefördert werden. Hier werden Milliarden an Steuergeldern verschwendet, um eine Industrie künstlich am Leben zu erhalten, die der Gesellschaft keinen entsprechenden Nutzen bringt. Deutschland braucht eine Effizienzoffensive."

Der Abbau einer Tonne Steinkohle kostet in Deutschland etwa 150 Euro. Um mit Importkohle konkurrieren zu können, wird die Differenz zwischen den Förderkosten und dem Weltmarktpreis über Subventionen ausgeglichen - für 2006 bis 2012 hat die Bundesregierung 15,9 Milliarden Euro zugesagt. Offensichtlich sind die jedoch gar nicht notwendig. Gestern kündigte RAG-Chef Werner Müller an, eine neue Zeche "ohne einen Cent öffentliche Mittel realisieren" zu wollen. Die Bundesregierung sollte diese Ankündigung zum Anlass nehmen, ihre Kohlesubventionspolitik zu überdenken.


"Neue technische Lösungen, um Energie effizient zu nutzen, werden in Zukunft weltweit nachgefragt. Wer neue Arbeitsplätze schaffen will, darf diese Chancen nicht verpassen. Für China, wo der Energieverbrauch rasant steigt, sind solche Programme zum Beispiel höchst interessant", so von Goerne.

Die Europäische Union habe die enormen Potenziale der Energieeffizienz erkannt. Das EU-Parlament habe bereits eine Richtlinie verabschiedet, nach der Haushaltsgeräte wie Computer und Klimaanlagen weniger Energie verbrauchen sollen. Derzeit werde auch eine Richtlinie zur Steigerung der Endenergieeffizienz für den Zeitraum 2006 bis 2012 verhandelt. Deutschland werde diese Richtlinie umsetzen müssen. Die Greenpeace-Studie zeige, wie dies erreicht werden kann.
(Greenpeace, 25.04.2005 - NPO)
 
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