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Donnerstag, 27.07.2017
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Neue Algenart entdeckt

Genetische Signaturen und biochemische Eigenschaften bestimmt

Forscher haben eine neue mikroskopische Algenart entdeckt, die einen hohen Anteil eines speziellen Carotenoids aufweist: Dabei handelt es sich um das Pigment Lutein, das als Bestandteil der menschlichen Nahrung eine besondere Bedeutung für die Entwicklung der Sehfähigkeit und den Schutz vor Krebserkrankungen hat.
Mehrere Biotech-Firmen haben bereits Interesse an der Nutzung dieser Mikroalge mit dem vorläufigen Namen Scenedesmus almeriensis angemeldet, zum Beispiel für den Einsatz in Kindernahrung.

Die Wissenschaftler um Professor Thomas Friedl von der Universität Göttingen konnten bereits wichtige genetische Signaturen und biochemische Eigenschaften der Alge bestimmen. Kultiviert wurde der „Neuling“ in einem Photobioreaktor, den Professor Emilio Molina Grima an der Universidad de Almería konstruiert hat. Beide Einrichtungen sind Partner im europaweiten Forschungsverbund ALGINET, der den Einsatz von Algen in der Biotechnologie fördert.

Mikroskopische Algen, wichtige Primärproduzenten in fast allen Ökosystemen, bieten als „Zellfabriken" eine umfangreiche Palette hochwertiger Inhaltsstoffe; dabei lassen sie sich kostengünstig in großen Mengen züchten.


Grima hat an der Universität Almería eine Testanlage für die Kultivierung von Mikroalgen in industriellem Maßstab entwickelt. Bei einem Probelauf wuchs dort mit S. almeriensis eine andere Algenart, als die Forscher ursprünglich geplant hatten.

Das Team von Friedl identifizierte sie als eine so genannte „kryptische Art" einer Grünalge, die sich von den bislang bekannten einzelligen Grünalgen mikroskopisch kaum unterscheiden lässt, jedoch andere genetische Signaturen aufweist. Auffällig ist der hohe Gehalt an Lutein, der bis zu fünf Gramm pro Kilogramm Biomasse beträgt.

Nach Angaben von Friedl wirkt Lutein effektiv als Oxidationsschutz vor chemischen Radikalen und kann damit der Entstehung von Krebs vorbeugen. Darüber hinaus ist es von Bedeutung für bestimmte Hirnfunktionen und damit für die mögliche Vorbeugung altersbedingter Degeneration. Die Göttinger Wissenschaftler arbeiten jetzt an neuen Konservierungstechniken für diese Algenart und ihrer Revitalisierung nach der so genannten Kryokonservierung mit ultratiefen Temperaturen.

„So wollen wir die wertvollen Eigenschaften der Alge sichern, damit ständig neues Material für Starterkulturen bereit gestellt werden kann", so Friedl.
(idw - Universität Göttingen, 04.03.2005 - DLO)
 
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