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Sonntag, 22.01.2017
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Cannabis macht die Knochen dünn

Osteoporose-Risiko steigt durch starkes Kiffen

Bedenkliche Droge: Haschisch schadet offenbar nicht nur dem Gehirn, sondern auch den Knochen. Denn wer regelmäßig Dope raucht, hat meist dünnere Knochen und bricht sich diese auch häufiger. Außerdem wiegen starke Kiffer weniger und haben einen niedrigeren Body-Mass-Index, wie eine Studie zeigt. Das erhöht ihr Osteoporose-Risiko zusätzlich.
Starke Kiffer haben ein höheres Risiko später an Osteoporose zu erkranken.

Starke Kiffer haben ein höheres Risiko später an Osteoporose zu erkranken.

Cannabis gilt als eine der beliebtesten illegalen Drogen – und wird zunehmend auch als legales Heilmittel eingesetzt. Doch der regelmäßige Konsum von Haschisch birgt auch Risiken. So kann Cannabis den Ausbruch von Psychosen fördern, die Gehirnwellen durcheinanderbringen und die Fitness der Spermien verringern. Ob Kiffen dagegen dumm macht, ist bis heute umstritten.

Eine Untersuchung von Stuart Ralston von der University of Edinburgh und seinen Kollegen deutet allerdings nun darauf hin, dass regelmäßiges Kiffen bedenkliche Auswirkungen auf unsere Knochen haben könnte.

Dichtemessung mithilfe von Röntgenstrahlung


Für ihre Studie untersuchten die Forscher 170 regelmäßige Kiffer, darunter Teilnehmer, die schon mehr als 40.000 Mal in ihrem Leben Haschisch geraucht hatten, aber auch eher moderate Kiffer. Als Vergleichsgruppe wurden Zigarettenraucher mit einbezogen.


Um zu sehen, ob regelmäßiges Haschischrauchen unseren Knochen tatsächlich schadet, verglichen die Forscher die Knochendichte der Kiffer mit der von Zigarettenrauchern vergleichbaren Alters und ähnlicher Statur. Typischerweise werden für diese Dichtemessung die Knochen des Handgelenks geröntgt. Die Strahlungsmenge, die der Knochen durchließ, zeigte den Forschern, ob die Knochen poröser waren als üblich.

Geringere Knochendichte


Dabei entdeckten die Forscher, dass die Knochendichte der starken Kiffer im Durchschnitt um fünf Prozent niedriger war, als bei den reinen Zigarettenrauchern. Außerdem hatte die Marihuana-Gruppe auch schon häufiger unter Knochenbrüchen gelitten. Bei Teilnehmern, die nur moderat kifften, war dies dagegen nicht der Fall.

"Unsere Forschung hat gezeigt, dass starke Cannabiskonsumenten eine recht hohe Reduktion der Knochendichte aufweisen verglichen mit Nicht-Konsumenten" sagt Ralston. "Das macht wirklich Sorge, dass sie dadurch ein höheres Risiko haben, später im Leben Osteoporose oder Brüche zu erleiden".

Hinzu kam noch ein überraschendes Ergebnis: Die starken Kiffer wogen auch weniger und hatten einen niedrigeren BMI - was das Osteoporose-Risiko ebenfalls erhöht. Der Effekt ist verwunderlich, weil Haschisch eigentlich nachgesagt wird, dass es besonders hungrig macht. Das Team geht allerdings davon aus, dass sich dieser Effekt bei starken Kiffern umkehrt. Das regelmäßige und häufige Rauchen könnte dann dazu führen, dass das berauschende Gras den Appetit zügelt.

Wirkmechanismus noch unklar


Diese Studie ist die erste, die die Knochengesundheit von Kiffern erforschte. Eine physiologische Erklärung für den Zusammenhang von Drogenkonsum und Knochenschwund liefert sie allerdings noch nicht. Um das zu verstehen, sind laut den Forschern noch weitere Studien notwendig.

"Wir wussten seit einer Zeit, dass die Inhaltsstoffe von Cannabis sich auf die Zellfunktion auswirken können, aber wir hatten bis jetzt keine Idee, was das für Menschen bedeuten könnte, die Cannabis regelmäßig konsumieren" sagt Ralston. (American Journal of Medicine, 2016)
(University of Edinburgh, 13.10.2016 - HDI)
 
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