• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Mittwoch, 07.12.2016
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Taugen E-Zigaretten doch nicht als Tabakersatz?

Viele Raucher empfinden elektronische Verdampfer als weniger befriedigend

Verdampfer im Imagetest: E-Zigaretten gelten zwar als gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten – doch sie scheinen die Sucht vieler Raucher nicht zu befriedigen. Das zeigt eine Befragung unter US-Amerikanern. Über die Hälfte der Raucher gab darin an, die Verdampfer zwar ausprobiert, aber nicht weiter verwendet zu haben. Normale Glimmstängel waren ihnen lieber. Demnach scheinen E-Zigaretten nur begrenzt dafür zu taugen, Rauchern normale Zigaretten abzugewöhnen, berichten Forscher im Fachmagazin "Nicotine & Tobacco Research".
Gesünder als der herkömmliche Glimmstängel - aber weniger befriedigend?

Gesünder als der herkömmliche Glimmstängel - aber weniger befriedigend?

Elektronische Zigaretten werden immer beliebter. Die Verdampfer gelten als gesündere Alternative zur herkömmlichen Zigarette, weil sie anstatt Tabak zu verbrennen, nikotinhaltigen Dampf aus einer Flüssigkeit erzeugen. Der Vorteil dabei: Es entsteht kein Teer und weniger von den weiteren, bei normalen Glimmstängeln anfallenden Schadstoffen.

Manche Raucher greifen deshalb vermehrt zur E-Zigarette, um ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Auch als Mittel um die Nikotinabhängigkeit zu überwinden werden die Verdampfer gerne genommen. Denn eine Zigarette in der Hand zu halten ist der Gewohnheit ähnlicher, als Nikotin aus einem Kaugummi oder einem Pflaster zu beziehen. Doch taugen E-Zigaretten wirklich als Ersatz für Tabakrauch?

Alternative zum herkömmlichen Glimmstängel?


Einige wenige Studien deuten darauf hin, dass E-Zigaretten bei gewillten Aufhörern besser funktionieren als Placebos ohne Nikotin oder Nikotinpflaster. Wissenschaftler um Terry Pechacek von der Georgia State University haben nun einen anderen Ansatz gewählt, um das Potenzial der E-Zigaretten unter die Lupe zu nehmen.


Sie wollten wissen, wie es um das Image der Verdampfer steht – und wie diese vor allem bei Rauchern ankommen. "Damit E-Zigaretten für Raucher eine wirkliche Alternative darstellen, müssen sie deren Bedürfnisse genauso gut oder besser befriedigen als herkömmliche Zigaretten", sagt Pechacek.

Das Team führte eine repräsentative Befragung unter 5.717 US-Amerikanern durch. Die Teilnehmer mussten unter anderem beantworten, wie sie zu E-Zigaretten stehen, ob sie diese verwenden, welche weiteren Tabakprodukte sie nutzen und welche Gründe für sie für den Gebrauch traditioneller oder neuartiger Produkte wie den E-Zigaretten sprechen.

Weniger befriedigend


Die Ergebnisse zeigten: Von den 144 ehemaligen Rauchern herkömmlicher Zigaretten unter den Befragten gaben immerhin fast 30 Prozent an, inzwischen E-Zigaretten zu konsumieren – und diese als befriedigende Alternative zu empfinden.

Doch rund 58 Prozent der 585 Zigarettenraucher in der Studie berichteten, E-Zigaretten ausprobiert und als weniger befriedigend als normale Zigaretten wahrgenommen zu haben – für sie ein Grund, weiter herkömmliche Glimmstängel zu rauchen. Außerdem nutzten zwar rund 40 Prozent der Raucher auch E-Zigaretten, wie die Forscher berichten. Doch sie rauchten parallel weiter normale Zigaretten.

Fragliches Potenzial


E-Zigaretten scheinen demnach nur begrenzt dafür zu taugen, Rauchern normale Zigaretten abzugewöhnen, so das Fazit der Wissenschaftler. Allerdings könne aufgrund der aktuellen Studienlage nicht sicher bestimmt werden, wie groß der Einfluss der E-Zigaretten auf das Verhalten von Rauchern tatsächlich sei. So gebe es etwa keine Daten dazu, wie viele der erfolgreichen Aufhörer, die als Übergang E-Zigaretten konsumiert haben, auch ohne die Verdampfer erfolgreich dem Nikotin entsagt hätten. (Nicotine & Tobacco Research, 2016; doi: 10.1093/ntr/ntw102)
(Georgia State University, 10.05.2016 - DAL)
 
Printer IconShare Icon