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Freitag, 31.03.2017
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Geo im Alltag

Warum ist Deutschland so wasserreich?

Der Mensch kann rund einen Monat ohne Nahrung überleben, aber nur wenige Tage ohne zu trinken. Zwei Drittel unseres Körpers bestehen aus Wasser. Nachschub muss daher regelmäßig und in ausreichender Menge kommen. Hier bei uns in Deutschland ist das kein Problem: Nicht nur quellen die Regale der Supermärkte schier über vor Erfrischungsgetränken aller Art, auch die Wasserleitung sorgt dafür, dass wir jeden Tag genügend sauberes Wasser zur Verfügung haben.

Trinkwasser

Trinkwasser

Doch das ist nicht selbstverständlich, wie spätestens nach einem Blick in die Zeitung oder eine Nachrichtensendung klar wird: Fast an jedem Tag herrscht irgendwo auf der Welt Dürre und akuter Wassermangel. Deutschland und der größte Teil Mitteleuropas scheinen dagegen geradezu eine „Insel der Seligen“. Aber warum eigentlich? Und wird dies so bleiben?

Von Geographie und Geologie begünstigt


Mit dieser, für die Zukunft nicht ganz unwichtigen Frage beschäftigen sich in erster Linie Geowissenschaftler. Denn dass in Deutschland kein Wassermangel herrscht, verdanken wir sowohl unserer Geographie als auch der Geologie: Zum einen liegt Deutschland in einer Klimazone, in der, so der Fachjargon, „ganzjährig humide Verhältnisse“ herrschen. Im Klartext heißt das, dass die Menge des Niederschlags bei uns immer höher ist als die Wassermenge, die vom Boden in die Atmosphäre verdunstet und damit als Trinkwasser verloren ist.

Der reichlich und relativ regelmäßig fallende Regen macht Deutschland damit zu einem der süßwasserreichsten Länder der Erde. 182 Milliarden Kubikmeter Wasser stehen jedes Jahr zur Verfügung. Genutzt wird davon nur rund ein Viertel. Blühende Landschaften sind daher, wenn auch nicht in Bezug auf die Wirtschaft, so doch zumindest im Hinblick auf die Natur die Regel.

Der Untergrund entscheidet


Doch damit dieses Wasser bei uns aus dem Hahn kommt, muss es zunächst auch gewonnen werden. Und hier kommt die Geologie ins Spiel: Denn je nach Beschaffenheit des Untergrunds sammelt sich ein größerer oder kleinerer Teil des überschüssigen Regenwassers im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte im Grundwasser an. Grundwasserleiter finden sich überall dort, wo eine wasserundurchlässige Schicht das weitere Versickern des Wassers in die Tiefe verhindert. Sie sind die wichtigste Trinkwasserquelle Deutschlands, denn fast 80 Prozent des Wassers in unseren Leitungen stammt aus der Tiefe, nur rund 20 Prozent wird aus Flüssen oder Seen gewonnen.

Aber auch innerhalb Deutschlands gibt es regionale Unterschiede in der Herkunft des Trinkwassers. Während Schleswig Holstein, Hamburg und Bremen ihr Trinkwasser fast ausschließlich aus Grundwasser gewinnen, liegt in Süddeutschland der Anteil des Oberflächenwassers höher. Andere Regionen oder Kommunen reichern ihr Grundwasser durch Uferfiltration an. Dabei wird Flusswasser im Untergrund versickert und erst nach dem Durchlauf durch diesen natürlichen Filter über Brunnen für die Trinkwassergewinnung genutzt.

Alles fließt…


Für die Trinkwassergewinnung eines Großteils des Landes ist es daher eine wichtige Frage, wo genau die unterirdischen Wasseradern liegen und vor allem, wie schnell und in welche Richtung sich das Wasser in ihnen bewegt. Denn die Antwort darauf bestimmt nicht nur, wo es sich lohnt, einen Grundwasserbrunnen zu errichten, sie kann auch im Falle einer Verunreinigung von entscheidender Bedeutung sein: Gelangt ein Schadstoff durch einen Chemieunfall oder die Landwirtschaft in den Boden und das Grundwasser, kann seine Ausbreitung und eine Verseuchung von Trinkwasserbrunnen oft nur gestoppt werden, wenn die Eigenschaften des Untergrund und des Grundwassers in dem betroffenen Gebiet bekannt sind. Hydrogeologen entwickeln dafür aufwändige dreidimensionale Computermodelle, die die Dynamik des Grundwassers abbilden und simulieren.
(g-o.de/GEOTECHNOLOGIEN, 19.10.2004 - NPO)
 
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