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Montag, 27.03.2017
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Silicium lässt Nanokugeln leuchten

Neue Methode zur Beschichtung von Nanokristallen entwickelt

Sie sollen Tumore markieren, große Flachbildschirme verbessern oder die Basis für die optische Datenverarbeitung von Morgen bilden: Nano-Leuchtkugeln sind vielversprechende Quantenpunkte, die aus Halbleitermaterialien bestehen. Die Winzlinge - nanoskopische Kristalle, die so klein sind, dass ihre chemischen Eigenschaften denen von einzelnen Molekülen ähneln – werden aber erst durch die richtige Beschichtung voll funktionstüchtig.
Ein deutsch-australisches Forscherteam hat nun eine neue, robuste Methode entwickelt, um Kriställchen aus Cadmiumselenid mit Zinksulfid-Schale (CdSe/ZnS) auf einfache Weise mit Siliciumdioxid so zu beschichten, dass jedes Siliciumdioxid-Kügelchen genau einen Quantenpunkt enthält.

Nanotechnologie

Nanotechnologie

Natürliche CdSe-Quantenpunkte sind nur in unpolaren Lösemitteln stabil, aber für viele Anwendungen sind polare Medien, die Protonen an gelöste Stoffe abgeben können, unumgänglich. Etwa die wässrige Umgebung bei biomedizinischen Anwendungen. Eine Beschichtung muss her, um die Leuchtpünktchen zu stabilisieren, vor Sauerstoff zu schützen und um die Ablagerung von Substanzen zu unterbinden, die das Leuchten stören. Dabei darf die Beschichtung selber die Lumineszenz nicht beeinträchtigen und sollte biokompatibel sein. Eine Siliciumdioxidschicht würde diese Forderungen erfüllen. "Die üblichen Siliciumdioxid-Beschichtungsmethoden brauchen aber bereits ein polares Lösungsmittel", erklärt Thomas Nann vom Freiburger Materialforschungszentrum das Dilemma.

Neue Methode vermeidet "Rosinenbrötchen"


Zusammen mit Paul Mulvaney von der University of Melbourne entwickelte Nann eine neue Beschichtungsmethode: Die CdSe/ZnS-Nanokristalle liegen zunächst mit einer Beschichtung aus einer oberflächenaktiven organischen Phosphorverbindung vor, die dann schrittweise gegen polare Liganden ausgetauscht wird. Ligand der Wahl ist eine spezielle organische schwefelhaltige Silicium-Verbindung. Nun kann der Transfer in das polare, protische Lösungsmittel Ethanol erfolgen. Es enthält Tetraethoxysilan (TEOS) sowie ein kleine Menge an Wasser und Ammoniak, welche die Zersetzung von TEOS zu Siliciumdioxid katalysieren, das sich dann an den Nanokristalle abscheidet. Das Mengenverhältnis aller "Zutaten" muss exakt austariert sein.


Nann: "Es muss sich genug Siliciumdioxid bilden, damit die Abscheidung vorangeht. Aber es darf nicht zuviel auf einmal sein, sonst entstehen zusätzlich leere Kügelchen." Zudem dürfen die wachsenden Partikel nicht verklumpen, sonst gibt es "Rosinenbrötchen" - Kugeln mit mehreren Quantenpunkten. Wasser hilft dagegen, weil es die Aufladung der Partikeloberfläche und damit die gegenseitige Abstoßung fördert. Durch sukzessive Zugabe von TEOS können die Kügelchen weiter beschichtet werden. So sind Durchmesser von 30 nm bis 1 µm zugänglich.
(idw - Gesellschaft Deutscher Chemiker, 15.10.2004 - DLO)
 
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