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Freitag, 10.02.2012
Meteorologen suchen „Wetterkönig“
Bonn: Studenten machen beste lokale Wettervorhersage
Mit Hilfe von Wetterkarten, Messdaten aus dem Institut und einer gewissen Portion Intuition und Glück „tippen“ Bonner Meteorologiestudenten das Wetter für die beiden folgenden Tage. Der Durchschnitt aus den Prognosen aller Teilnehmer, die so genannte Ensemblevorhersage, ist vermutlich die beste Wettervorhersage für den Raum Bonn. Nach der Auswertung der Wettertipps wird am Ende des Semesters der beste Jung-Meteorologe mit einem Wanderpokal ausgezeichnet.

Wetterkarte
Wetterkarte
© DWD
Die Idee zum Wettertipp ist simpel: Studenten der Meteorologie tippen mit Hilfe von Wetterkarten und Daten der institutseigenen Messgeräte jeden Dienstag im Semester das Wetter für die beiden folgenden Tage. Dabei kommt es nicht nur auf die Wetterlage an - die Meteorologen nehmen es genauer: Sie schätzen insgesamt elf Variablen, die für das Wetter von Bedeutung sind, darunter Temperaturen, Luftdruck, Windrichtung und -stärke. Um einen möglichst genauen Tipp abgeben zu können, müssen sich die Studenten auch auf ihre Intuition und ein Quäntchen Glück verlassen.

"Die Wetterkarten haben mit ungefähr 60x60 Kilometer ein so grobes Raster, dass sie nicht genau für den Raum Bonn zutreffen," erklärt Spielleiter Daniel Simonis. Daher unterliegen die Vorhersagen trotz aller modernen Hilfsmittel zum Teil erheblichen Schwankungen.

Beste Vorhersage für den Raum Bonn
Professor Clemens Simmer hat die Idee zum Wettertipp im Jahr 1996 bei seinem Wechsel von Kiel nach Bonn mitgebracht. Nachdem jahrelang handschriftlich getippt und ausgewertet wurde, läuft der Wettertipp seit vier Jahren elektronisch über das Internet. Felix Ament, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, steckt auch heute noch viel Arbeit in die Verwaltung der Homepage, auf der man auch die sogenannte Ensemblevorhersage findet. Diese stellt den Mittelwert aller abgegebenen Vorhersagen dar. "Die Ensemblevorhersage ist vermutlich die beste Wettervorhersage für den Raum Bonn," erklärt Simonis nicht ohne Stolz.

Die getippten Werte werden mit den tatsächlichen Werten verglichen und so der beste Jung-Meteorologe ermittelt. Grundlage für die Auswertung sind die Messwerte des Instituts in Bonn-Endenich sowie subjektive Beobachtungen von Bedeckungsgrad und Wetterverlauf. Über diese Beobachtungen gibt es oft hitzige Diskussionen. "Aber irgendwie einigen wir und dann schon immer", sagt Simonis "denn die Studenten verstehen den Wettertipp trotz aller ernsthaften Ambitionen mehr als Auflockerung ihres Studienalltags."

So auch Robin Girmes, der kürzlich den Wettertipp zum dritten Mal in Folge gewinnen konnte und den Wanderpokal jetzt behalten darf. Sein
Erfolgsgeheimnis: "Richtige Interpretation der Daten und Informationen, Glück, Kenntnis der Station sowie langjähriges Interesse an der Materie." Eine besondere Genugtuung war es für ihn, im letzten Semester den Computer geschlagen zu haben: Die Vorhersage eines Wettermodells belegte nur den vierten Platz.
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