Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Antikörper gegen die Bluterkrankheit entwickelt
Substanz wirkt in Tests mit Affen effektiv und ohne die Nachteile der bisherigen Behandlung
Ein neu entwickelter Antikörper könnte die Behandlung der Bluterkrankheit verbessern. Er wirkt effektiv gegen die Gerinnungsstörung des Blutes, muss aber nicht, wie bisherige Mittel, in die Vene injiziert werden. Das zeigen erste Tests japanischer Forscher an Affen. Der neue Antikörper müsse nur unter die Haut gespritzt werden, was besonders die Behandlung von Kindern erleichtere. Zudem werde seine Wirkung nicht durch körpereigene Hemmstoffe behindert, wie bei herkömmlichen Mitteln häufig der Fall, berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature Medicine". Damit man ihn beim Menschen einsetzen kann, muss der Antikörper zwar noch weiter optimiert werden. Dennoch sehen die Wissenschaftler in ihm einen vielversprechenden Ansatz, um Patienten mit Bluterkrankheit das Leben deutlich zu erleichtern.
Blut
Blut
© CDC Blut
Nach Angaben der Forscher leidet etwa einer von zehntausend Männern an der erblichen Bluterkrankheit, auch als Hämophilie A bezeichnet. Den Betroffenen fehlt ein bestimmter Gerinnungsfaktor im Blut, dadurch stockt dieses nicht und Wunden, aber auch innere Verletzungen, hören nicht oder erst sehr spät auf zu bluten. Um diese Störung auszugleichen, müssen sich Bluter regelmäßig den fehlenden Gerinnungsfaktor VIII intravenös spritzen. "Die herkömmliche Behandlung hat - abgesehen von ihren hohen Kosten - zwei große Nachteile", erklären Takehisa Kitazawa von Chugai Pharmaceutical und seine Kollegen von der Nara Medical University. Die intravenöse Injektion sei besonders für Kinder schwierig, zudem entwickelten 30 Prozent der Patienten Hemmstoffe gegen den Gerinnungsfaktor, so dass die Therapie bei ihnen nicht mehr wirke. Der neue Antikörper könnte nach Ansicht der Forscher beide Probleme lösen.

Doppeltes Andocken setzt Gerinnung in Gang
Für ihre Studie erzeugten die Forscher einen Antikörper, der zwei verschiedene Bindungsstellen besitzt. Diese ähneln denen des natürlichen Gerinnungsfaktors. Um die Blutgerinnung auszulösen, fügt sich dieser wie ein Puzzlestück zwischen zwei benachbarte Andockstellen auf einem Blutplättchen ein. Der neu entwickelte Antikörper hBS23 imitiere diese Funktion, sagen die Forscher. Er habe in Laborversuchen das Plasma von Blutern gerinnen lassen. Dies habe selbst dann funktioniert, wenn im Plasma Hemmstoffe gegen den Gerinnungsfaktor VIII vorhanden waren.

Als nächstes testeten Kitazawa und seine Kollegen die Wirkung des Antikörpers bei Affen. Dazu setzten sie bei 18 Langschwanzmakaken den natürlichen Gerinnungsfaktor außer Kraft und machten die Tiere damit zu Blutern. Einigen Affen injizierten sie dann den Antikörper hBS23 intravenös, anderen spritzten sie die Substanz nur unter die Haut. Sechs Tiere bleiben unbehandelt und dienten als Kontrollen. "Die Kontrolltiere entwickelten fortschreitende Blutarmut und große Blutergüsse", schreiben die Forscher. Das sei bei den intravenös oder subkutan mit dem Antikörper behandelten Affen nicht der Fall gewesen.

Zudem habe eine einzige Dosis des Antikörpers bei den Affen eine Woche lang gewirkt - und damit deutlich länger als der nur rund einen Tag haltende Gerinnungsfaktor VIII. "Weil es beim Menschen länger dauert als bei den Affen, bis solche Antikörper abgebaut werden, könnte für Bluter sogar eine Antikörper-Behandlung alle 14 Tage ausreichen", mutmaßen die Forscher. Bevor dieses Mittel aber beim Menschen getestet werden könne, müsse die molekulare Feinstruktur des Antikörpers wahrscheinlich noch optimiert werden. Dadurch wolle man sicherstellen, dass der Antikörper keine unerwünschten Immunreaktionen hervorrufe und dass er zudem leichter in Massen produziert werden könne. (doi: 10.1038/nm.2942)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Blut, Bluterkrankheit, Hämophilie, Medizin, Antikörper, Therapie, Krankheit, Erbkrankheit, Blutgerinnung, Gerinnungsfaktor
Weitere News zum Thema
Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe (17.05.2013)
Ein einzelliger Parasit hilft dem Asiatischen Marienkäfer bei seinem Siegeszug durch Europa
Mit Adele und Enya gegen Flugangst? (17.05.2013)
Gezielte Musik-Berieselung soll Angstgefühle lindern und den Körper beruhigen
Frühkindliche Erkältung könnte an Lernstörungen schuld sein (07.05.2013)
Häufiges Atemwegsvirus hinterlässt im Tierversuch Spätfolgen in Gehirn und Verhalten
Forscher bremsen Parkinson bei Mäusen aus (24.04.2013)
Neuer Wirkstoff könnte auch beim Menschen schädliche Ablagerungen im Gehirn verhindern
Wir haben Mitleid auch mit Robotern (23.04.2013)
Beobachtung von Roboter oder Mensch aktiviert gleiche Hirnareale
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Proteine
Genetik
Dossiers zum Thema
Lebenselixier Blut
„Ein ganz besondrer Saft“
Seltene Krankheiten
Gibt es Hoffnung auf neue Therapien?
News des Tages
Bronzezeit-Menschen webten Stoffe aus Brennesseln
Klimawandel lässt Fische schrumpfen
Herzinfarkt und Schlaganfall sind Todesursache Nummer 1
Antikörper gegen die Bluterkrankheit entwickelt
Bücher zum Thema
Meine Gene - mein Leben
Auf dem Weg zur personalisierten Medizin von Francis S. Collins
Die Geschichte der Medizin
Von der Antike bis zur Gegenwart von Bernt Karger-Decker
Phänomen Mensch
Körper, Krankheit, Medizin von Andreas Sentker und Frank Wigger
Top-Clicks der Woche
1. Zucker macht Goldgewinnung "grün"
2. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
3. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
4. Die Minoer kamen nicht aus Afrika
5. Merkmale des seltensten chemischen Elements enträtselt